Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

 
 
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rung bedürfte. Den umgelauteten Stamm (unter dem Einfluß des 
Accentes!) als beſonderen zu nennen, empfiehlt ſiß auch nicht -- und 
wie ſoll der Schüler ſchließlich -- ehe er an die Erlernung der Stämme 
gebt -- fi< die Endungen 3. B. des Subjonctif einprägen? Da muß 
er do< buchſtabiren! Und was werden davon die Folgen für die ge- 
jammte Ausſprache ſein? 
Denno iſt die Arbeit nicht verloren! Wir halten dieſes Schrift- 
hen ſogar für vortrefflich geeignet, zur Repetition z. B. in Secunda 
zu dienen, wo dann der Schüler, inzwiſchen vorgeſchritten, das Bild 
von einer anderen Seite ſieht. Zu dieſem Zwe> macht das Verzeich- 
niß der ſi< an die Verba bei Plöß anſchließenden phraſeologiſhen 
BZuſjäße das Bu< ganz beſonders geeignet, und wir empfehlen daſſelbe 
aber auch ſonſt, da ſich manches daraus auch für die jetzt verbreitete 
Methode, die unregelmäßigen Verba zu behandeln, verwerthen läßt. 
Hamburg. Dr. G. Wendt. 
1. Voyages et Litterature von 3. 3. A. Ampere. Ausgewählt und erklärt 
von K. Graeſer. Berlin. Weidmann. 1878. 166 S. M. 1,80. 
Der Ausſpruc< Goethe's (Geſprähe mit E>ermann 111. Theil 
p. 168): „Ampoöre ſteht in ſeiner Bildung ſo ho<, daß die nationalen 
Vorurtdeile, Apprehenſionen und Bornirtheiten vieler ſeiner Landsleute 
weit hinter ihm liegen, und er ſeinem Geiſte nach weit mehr ein Welt- 
bürger iſt, als ein Bürger von Paris“ rechtfertigt in der That den 
Wunſc< des Herausgebers8, daß Ampöre in Deutſ<land beſſer bekannt 
ſein möchte. Und der auf dieſem Gebiete wohlbekannte Verf. trägt 
dur< die geſhi>te Auswahl, die er aus A'3. Werken getroffen, erheb- 
lim dazu bei. Das Vorwort hebt kurz die Beziehungen hervor, in 
denen A. zu den Capacitäten ſeiner Zeit geſtanden; die Deutſchen 
aber haben beſondere Veranlaſſung, den Freund Goethe's und unſeres 
ganzen geiſtigen Lebens zu lieben, Mit ſeinen näheren Lebensſchi>- 
ſalen mac<t uns eine kurze Biographie bekannt --- die Verlags8buch- 
handlung legt mit Recht hierauf großen Werth. Die Auswahl, welche 
aus den mannichfachen Schriften des lieben8würdigen und dur<aus 
freiſinnigen Mannes veranſtaltet iſt, bietet gerade für deutſche Leſer 
faſt nur Intereſſantes. Zwiſchen die Reiſeeindrüfe aus Dänemark, 
Schweden, Norwegen, und die aus Amerika ſind drei Artikel über 
Goethe eingeſchoben: le th6ätre de G., Necrologie de G., und une 
Vigite chez G. 
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