Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

 
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avis“ in der Einleitung mit abdru>en zu laſſen. -= Um eine genaue 
Durchſicht des dur< ſehr viele Druckfehler entſtellten Textes können 
wir übrigens im Intereſſe des Buches zu bitten niht unterlaſſen. 
Wir zweifeln nicht, daß ſich das Werk au< außerhalb der Schule 
viele Freunde erwerben wird -- in einer Zeit, wel<he no< von den 
lezten Kämpfen gegen die Jeſuiten wiederhallt und in welcher der 
Kampf zwiſ<hen Scheinfrömmigkeit und Herzensfrömmigleit, zwiſchen 
ehter und falſcher Moral auch im Shooße der proteſtantiſchen Kir<e 
auf's Neue entbrannt iſt. 
Hamburg. Dr. G. Wendt. 
1. Un jeu de 1a fortune ou les Marionnettes, Comedie en cinqg actes et en 
prose, par L. B. Picard. Herau3gegeben von Dr. Th. B. A. Klotſ<, 
Realſchuldirector in Borna. 
Das Stü> iſt in der That, wie der Herausgeber in ſeinem Vor- 
wort bemerkt, anmuthig und ſprac<hli< lehrreih und des8halb wohl 
geeignet den Schüler anzuregen und Jntereſſe für die Sprache in ihm 
zu erwe>en. Wenn der Herausgeber aber im Vorwort ferner ſagt: 
„Möchte e8 mir gelungen ſein, in der vorliegenden Ausgabe dur die 
Anmerkungen den Schülern bei der Präparation das Verſtändniß des 
Stü>es zu erleihtern und mithin den Unterricht ihnen nußbarer zu 
machen !" ſo dürften dom wohl von Seiten der Herren Kollegen be- 
rechtigte Bedenken erhoben werden dagegen, daß in ſolher Weiſe dem 
Schüler die Präparation erleichtert werde. E38 kann und darf nicht 
Aufgabe der Anmerkungen ſein, dem Schüler theils den Gebrauch des 
Wörterbuchs ganz zu erſparen, theils ihm das Nachdenken beim Präpa- 
viren abzugewöhnen, ſtatt ihn daran zu gewöhnen. 
In der Einleitung wird zunächſt darauf hingewieſen, daß ver- 
ſchiedene Luſtſpiele Picard's dur< die Sciller'ſhe Bearbeitung deut«- 
ſche8 Nationaleigenthum geworden ſind, und hervorgehoben, wie Siller 
ſelbſt das Verdienſt des franzöſiſhen Dichters hoc< anerkenne. Dann 
folgt in gedrängter Kürze das Nöthigſte über das Leben und die lite- 
rariſche Thätigkeit des Dichters und ſchließlich in einer ſpeziellen Ein- 
leitung das von Picard ſelbſt geſ<riebene Vorwort zum vorliegenden 
Stüce. 
Unter den Anmerkungen befinden ſich neben einer Anzahl ſehr 
zwekdienliher, zum Verſtändniß nothwendiger literariſcher, etymolo- 
giſher, grammatiſher Bemerkungen eine große Menge, die füglich
	        

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