Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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ſuchen würde. So mag denn das Werk allen denen empfohlen werden, 
welche eines botaniſchen Nachſchlagebuches bedürfen, ohne zur Beſchaf- 
fung ausführlicherer Werke die Mittel aufwenden zu wollen. 
29. Lüben, Anweiſung zu einem methodiſchen Unterricht in der Pflanzenkunde, 
für den Schul: und Selbſtunterricht. 6. Auflage, herausgegeben von Ferd- 
| Alper8. Halle, Anton, 1879. IV und 616. 
3. Lüben, Leitfaden für den Unterri<t in der Naturgeſchichte, in Bürger- 
ſchulen, Realſchulen, Gymnaſien, Seminarien. Bearbeitet von Chr. 
Luerſſen und F. Terks. Curſus IU, 12. Aufl. und Curſus IV, 8. Aufl. 
Leipzig, Hermann Schulte, 1879. 
Daß die Lüben'ſhen Scriften auf die geſammte Methodik des 
naturwiſſenſchaftlihen Unterrihts nicht ohne erheblichen Einfluß ge- 
weſen ſind, geht ſchon aus der großen Verbreitung derſelben und 
aus der Thatſache hervor, daß dieſe Bücher troß ihres re<t erheblichen 
Alters doch ſtet8 wieder von Neuem in halb oder ganz moderniſirtem 
Gewande auf den Markt kommen. Ref. ſieht in dieſer Erfcheinung 
wenig Erfreuliche8, da er nach ſeinem pädagogiſhen Standpunkte die 
ſogen. „Lüben'ſche Methode“ als eine einſeitige und verfehlte bezeichnen 
muß. Ausgehend von dem gewiß richtigen Gedanken, daß der natur- 
wiſſenſchaftlihe Unterricht nicht mit Abſtraktionen, mit dem Syſtem, 
beginnen könne, glaubt Lüben bekanntli<h die Erfaſſung des Art- 
begriffs als Ziel des erſten methodiſchen Unterrichts aufſtellen zu 
müſſen. In einem zweiten Kurſus iſt dann durc< Vergleichung meh- 
rerer verwandter Arten der Begriff der Gattung zu entwickeln, und 
erſt im dritten Jahre wird der Schüler mit den Charakteren der 
Familie, ſodann der Ordnungen und Klaſſen, auf induktivem Wege 
befannt gemac<ht. Man ſieht, daß der von Lüben allein zugelaſſene 
Weg derjenige der Jnduction iſt, und hierin liegt na<9 der Anſicht 
des Ref. zunächſt eine große Einſeitigkeit. Gewiß hat der Unterricht 
mit dem Speziellen zu beginnen, um zum Allgemeinen auf indultivent 
Wege fortzuſchreiten; aber dieſes Spezielle iſt nicht die Art, ſondern 
das Individuum. Soll nun aus einer Summe der letzteren zunächſt 
der Begriff der Art entwickelt werden, ſo fordert man damit nicht 
allein, daß der allerſ<hwierigſte Begriff der Syſtematik, deſſen 
Fixirung ſelbſt den bedeutendſten Forſchern nicht hat gelingen wollen, 
ja, deſſen präziſe Faſſung na< den neueren Anſichten überhaupt un- 
möglich erſcheint, an den Beginn des Unterrichts geſtellt werde, ſondern 
man verlangt auc<, daß der Schüler die gewaltigen und zunächſt in
	        

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