Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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leitung in die moderne Chemie, aber auc< in „Noscoe, kurzes Lehr- 
buc<h der Chemie," „Fiſcher, Leitfaden der Chemie und Mineralogie" 
2. Auflage und in „Schorlemmer, Lehrbuch der Kohlenſtoffverbin- 
dungen.“ Dieſe drei enthalten auß, was man an Beſchreibung der 
angeführten Verbindungen und ihrer Reactionen, Zerſezungen und 
Bildungen, und was man an Erklärung der organiſhen Elementar- 
analyſe vernünftiger Weiſe wünſchen mag. 
A. Aufgaben aus der Chemie, hauptſächlich der orga- 
niſ<en Elementaranalyſe. 
1. 
Volumgewic<ht, Atom und Molecül. 
Die wichtigſte Regel *) iſt: Verbinden ſi< Elementargaſe Hemiſch 
zu einem neuen Gaſe, ſo ſind ſtets in zwei Litern der Verbindung eine 
gewiſſe Anzahl ganzer Liter von jedem einzelnen Elementargaſe ent- 
halten. Man bezeichnet jedes Elementargas mit dem oder den An- 
fangsbuchſtaben ſeines wiſſenſhaftlihen Namens und drü>t durch an- 
gehängte Zahlen (wo eine fehlt, iſt das ſo gut, als ob dort 1 ſtände) 
aus, wie viele 1. des betreffenden Elementargaſes in 2 Liter der 
Verbindung enthalten ſind. Z, B. enthalten 2 1 HC1 (Chlorwaſſerſtoff, 
Salzſäuregas): 1 1 H (Waſſerſtoff) und 1 1 C1 (Chlor); 2 1 H,O 
(Waſſerdampf): 2 1 H und 1 1 O (Sauerſtoff); 2 1 NU, (Ammoniak- 
gas): 1 1 N (Stidſtoff) und 3 1 H. Dieſem NRaumverhältniß ent- 
ſpricht ein Gewichtsverhältniß. Die Anzahl Krith, welche ein Liter 
*) (E38 iſt hier wie in der ganzen Arbeit angenommen, daß alle Maßbeſtim- 
mungen unter 09 C. und 760 mm Quedſilberdru>, alle Gewicht8beſtimmungen 
im Meere3niveau und im leeren Raume, beide unter 45% geogr. Breite vorge- 
nommen oder darauf reducirt ſeien. Unter ſol<hen Umſtänden nennt Hofmann 
ein Liter Gas ein Normalliter und das Gewicht eines Liter Waſſerſtoff 1 Krith 
(zer; = Gerſte) und beträgt dies 0,0894 Gr. Es iſt ferner angenommen, daß 
. Dampfgewichte erſt in ſo hohen Temp. und geringen Dru>ken gemeſſen ſeien, 
in welchen ſie ſich wie permanente Gaſe, d. h. niht merklih vom Mar.-Gay- 
Luſſac'ſc<en Geſeze abweichend verhalten, und man dann nach dieſem die Reduc- 
tion auf 09 und 760 mm. vorgenommen habe. Soweit wir es nur mit rela- 
tiven Gewichten zu thun haben -- und das iſt hier durc<aus der Fall -- könnten 
wir au< den Namen Krith das Grammgewicht eines Liters tro>&nen Waſſer- 
ſtoffs unter den grade vorliegenden Umſtänden bedeuten laſſen, um nicht auf 
Temp. 2c. zu reduciren, unter welchen die betreffenden Stoffe keine Gaſe mehr ſind.
	        

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