Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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wenigſtens die Reſultate für die genannten Disziplinen in Betreff der 
von Realſchulen abgegangenen Studenten ſehr günſtige geweſen ſind =- 
ih glaube, ſie ſind günſtiger, wie bei den Studirenden, die ihre Vor- 
bildung auf einem Gymnaſium erlangt haben. 
Im Jahre 1878 hat der frühere Kollege Hoffmann, deſſen Auto- 
rität auf dem Gebiete des Schulweſens wir leider zu unjerm großen 
Bedauern jeht entbehren müſſen, einen ganz vortrefflichen Bericht über 
die Frage der Zulaſſung der Realſchulabiturienten zu dem mediziniſchen 
Studium hier erſtattet, und es hat ſich damals mit 12 gegen 2 Stim- 
men, alſo aus den Mitgliedern aller Parteien dieſes Hohen Hauſes, 
die Kommiſſion dafür erklärt, die Petition der NRealſ<ulmänner der 
Königlichen Staatsregierung zur Berü>fichtigung zu überweiſen. Seit- 
dem iſt von dieſer Petition und von dem Gegenſtande ſelbſt leider in 
dieſem Hohen Hauſe nicht mehr die Rede geweſen. JI< glaube aber, 
meine Herren, nac<dem ic< Jhnen auseinandergeſeßt habe, daß es ſich 
jeht um eine eminent praktiſche Frage handelt, daß wir alles Intereſſe 
daran haben, von der Königlichen Staatsregierung jeht zu erfahren, 
welche Stellung ſie in dieſer Beziehung einnimmt. Jh will zum Schluß 
nur noc< darauf hinweiſen, daß man den Realſchulen, die einein [0 
ſ<weren Kampf zu kämpfen gehabt haben und die die Probe glänzend 
beſtanden haben, nicht allein immer noc< die koordinirte Stellung 
vorenthält, ſondern daß es den Nealſchulen nicht einmal möglich ge- 
weſen iſt, einen andern Titel zu erhalten, Die Namen: „Realſchule 
erſter, zweiter Ordnung“, == namentlich nachdem jeßt die vervollfomms- 
neten gewerblichen Schulen hinzugekommen find =- ſind nicht gerade 
ſehr empfehlenSwerth. Man hat in Bayern, in Württemberg, und man 
wird jezt in Bremen und anderen deutſchen Staaten den NRealj<hulen 
erſter Ordnung wenigſtens den Titel „Realgymnaſium“ geben. I< 
glaube, das wäre doch die geringſte Forderung, daß man die Richtung, 
die die Entwielung dieſer Schulen nehmen ſoll, damit bezeichnete, daß 
man ihnen dieſen Titel giebt. 
I< will auf die Sache heute nicht weiter eingehen ; ih würde aber 
vem Herrn Miniſter ſehr dankbar jein, wenn er uns mittheilte, in 
welchem Stadium ſi< der Reformplan für die weitere Entwidelung 
des höheren Unterrichtsweſen3 gegenwärtig befindet. 
Präſident: Der Herr Miniſter hat das Wort. 
Kultusminiſter v. Puttkamer? Meine Herren, ic<m glaube, der 
Herr Vorredner wird damit einverſtanden ſein, wenn ich betone, daß 
Pädagogiſches Archiv. Band XXI]]1. (3.) 1881, 15
	        

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