Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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in der Hand, dieſem Uebelſtande zu begegnen, indem ſie dafür ſorgt, 
daß im großen Dur<ſ<nitt die As8zenſion durFH die ganze Monarie 
thatſächlich do< ſtattfindet. Das kann eintretendenfall3 leicht geſhehen 
im Wege einer den Wünſchen der Betheiligten entſprehenden und ihnen 
förderlichen Verſezung. J< bin deshalb kaum in der Lage, in dieſem 
Augenbli>k in Ausſicht ſtellen zu können, der Anregung Folge zu geben, 
daß eine allgemeine, dur; die ganze preußiſ<he Monarc<ie gehende 
AszenſionSordnung für Lehrer höherer Lehranſtalten eingeführt werde. 
Präſident: Das Wort hat der Abgeordnete Dr, Berger, 
Abgeordneter Dr. Berger: Meine Herren! Ohne dem geehrten 
Vorredner aus dem Hauſe in ſeinen einzelnen Ausführungen folgen 
zu wollen, glaube ich doh auf zwei Punkte mit einem Worte eingehen 
zu müſſen. Derſelbe ſpra< über die lateiniſhen Aufſäge in Prima 
und ſchien befürworten zu wollen, daß dieſelben beſeitigt werden möchten. 
Dem gegenüber glaube ich doh das Zeugniß ablegen zu müſſen, daß 
der größte Theil derjenigen, welhe bi8Sher an Gymnaſien gearbeitet 
haben, das in hohem Grade bedauerlich finden würde , in der Ueber- 
zeugung, daß gerade in Beherrſchung einer alten Sprache das aller- 
weſentlichſte Bildungs5mittel für den Geiſt liegt. Bis vor wenigen 
Jahrzehnten haben die Männer, welche auf der Höhe der Zeit geſtanden 
haben , die Bildung, welche ſie dazu befähigte, gerade auf dem Wege 
erlangt, daß ſie die lateiniſ<e Sprache und zwar bis zu einer gewiſſen 
Beherrſchung derſelben ſich aneigneten. 
Der Herr Abgeordnete hat zweitens in Bezug auf die Frage der 
Zulaſſung der Realſchüler zu dem Studium der Medizin geſprochen, 
I< bin von einem Herrn Kollegen, der in der Lage iſt, das wiſſen 
zu können, beauftragt zu ſagen, daß aus den Kreijen der Aerzte die 
Mehrzahl ſi< gegen die Zulaſſung der Realſchüler zu jenem Studium 
und für die Gymnaſialſtudien als die richtige Vorbereitung auf das 
mediziniſche Studium ausgeſprochen hat. 
Dann kam die Rede auf die Anordnungen des Herrn Miniſters 
vom 29. Mai d. J. in Bezug auf die Schülerverbindungen an höheren 
Lehranſtalten. J< halte es für meine Pflicht, auszuſprechen, daß das 
Land dem Herrn Miniſter für die in denſelben herrſ<ende Strenge 
den größten Dank ſchuldet und den Dank auch wirklich hegt, da einem 
ſolchen Uebel gegenüber, wie der Herr Miniſter es aktenmäßig gezeichnet 
und feſtgeſtellt hat, ein anderes Mittel, als die größte Strenge, ganz 
gewiß nicht hilft; und ich will niht verhehlen, daß ich eines Tages,
	        

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