Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

-“ 868 = 
wenigſten angemeſſen eryheinen, darüber mich auszulaſſen. Iſt darüber 
etwas zu fagen, jo möge das ein anderer thun, 
Was3 die Freude angeht, die die Jugend im Kreiſe der Schule 
genießen ſoll, ſo iſt die Schule hier in einer wenig glücklichen Lage, 
weil fie jehr wenig bieten kann, und was ſie bieten kann =- die 
blaſirte, leider durc< die Schuld der Eltern ſo vielfac< blaſirte Jugend 
unſerer Zeit wird für die vielfachen Freuden, welche der Schule zur 
Verfügung ſtehen, die, wie im au8 meiner Jugend bezeugen kann, vor 
40, 50 Jahren den Schülern wirklich ein großes Vergnügen bereiteten, 
ſehr ſ<wer empfängli< ſein, Meine Herren, Sie ſehen, ic< bemühe 
mich furz zu jein. Erlauben Sie mir noh eine Bitte an den Herrn 
Miniſter zu richten. 
I< glaube, daß außer ven Mitteln, welhe der Herr Miniſter 
angegeben hat, eins von ganz großer Bedeutung iſt, deſſen derſelbe 
ni<ht Erwähnung gethan hat. E53 ſoll den Uebeln und Schäden ent- 
gegentreten, welche jo oftmals unſere Gymnaſiaſten in ihren Venſionen, 
in den Häuſern, wo ſie ihr Unterkommen, ihre Nahrung finden, zu 
erfahren haben. J< glaube nicht, daß ich Widerſpruch finde aus dem 
Hauſe, wenn ich ſage, daß mancher Knabe, der brav und unſ<uldig 
in die Gymnaſialſtadt kommt, hier Bravheit und Unſchuld einbüßt, 
weil er in ein Haus gerathen iſt, wo ihm Gefahr droht; und troß 
aller ſtrengen Inſtruktion, welche die Gymnaſialdirektoren in dieſer 
Richtung haben, kann häufig gar nicht vorgebeugt werden, und das 
Unglü& iſt geſ<ehen, ehe die Herren Kenntniß davon bekommen. I< 
glaube auc nicht zu irren, wenn ich fage, daß mannigfaM au die 
Räume, worin die jungen Zöglinge ſic< befinden, die Nahrung, welche 
ſie erhalten, keine8wegs-geeignet ſind, ſie an Leib und Seele geſund 
und ſtark zu erhalten. Da würde vielfac< geholfen werden können, 
wenn der Herr Miniſter dazu die Hand bieten wollte, daß Alumnate, 
Konvikte mehr ins Leben gerufen werden könnten. Das Alumnat, 
das Konvikt iſt in der Lage, dem betreffenden Schüler die geeignete 
Wohnung zu geben; es kann leichter für eine angemeſſene Nahrung 
ſorgen, e8 hat vor allem die Möglichkeit, eine gehörige Aufſicmt über 
den Schüler zu führen, und endlich die Möglichkeit, ihm Freuden zu 
bereiten, weil eben im Konvyikt eine ganze Schaar jugendlicher Alters- 
genoſſen fortwährend zuſammen iſt. Leider treffen wir hier abermals 
den unglücklichen Kulturkampf auf unſerem Wege, denn in dem weſt- 
lihen Theil der Monarchie iſt eine Anzahl ſolcher Alumnate oder
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.