Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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Miniſter das Verſprechen geben, daß, was an finanziellen Mitteln 
dazu nöthig wäre, von ihnen beſchafft werden würde. JH bitte alſo 
den Herrn Miniſter um ein Doppeltes: bitte ihn erſtens, die Ordnung 
alles deſſen, was auf das religiöſe Leben der Gymnaſiaſten ſich bezieht, 
den betreffenden richtigen Autoritäten nach ihrem eigenen Ermeſſen 
anheim zu geben und bitte zweitens, für die Gründung von Konvikten 
möglichſt die Bahn zu eröffnen. Das iſt es, was ich beute hier ver- 
lange. Hinzufügen aber möchte ich, wenn im mir erlauben darf, das 
zu ſagen, den bittenden Wunſch, daß er rec<ht muthig vorangehe auf 
dem Wege des Ausrottens mit Stumpf und Stiel. Eine ſehr ſc<were 
Aufgabe iſt es freilich, 
Präſident: Das Wort hat der Abgeordnete Freiherr v. 
Minnigerode. 
Abgeordneter Freiherr v. Minnigerode: Es iſt beim Beginn 
der laufenden Verhandlung jo lebhaft die Lanze zu Gunſten der Real- 
ſchulen eingelegt worden in Verbindung mit dem mediziniſchen Studium 
auf der Univerſität, daß ich dom in aller Kürze prinzipiell auf dieſen 
Punkt no< einmal zurückkommen muß. Z<h thue das um ſo mehr, 
da ich in dieſen Beſtrebungen zu Gunſten der Aus8dehnung de8 Macht- 
gebietes der Realſchulen =- im möchte das offen ausſprechen == einen 
für mich ni<t ganz ſympathiſchen Zug unſerer Zeit ſehe, die vielleicht 
oft zu realiſtiſ<e Zwecke verfolgt, die ſi) mehr und mehr dem äußeren 
Nüßlichkeit3prinzip anſc<ließt, das doc< nicht für alle Lebenslagen den 
feſten Boden nachhaltig bieten kann. Es iſt ja nicht zu verkennen, 
meine Herren, daß die Behandlung dieſer Fragen eine außerordentlich 
ſ<wierige iſt, und im danke e8 de8halb dem Herrn Miniſter, daß er 
reſervirt und vorſichtig ſich aus8geſpro<en hat, zunächſt fußend auf den 
beſtehenden Verhältniſſen. (Sehr richtig! rechts.) Wie man aber 
daraus -- ich glaube, es war der Abgeordnete Schmidt (Sagan) -- 
ihm gewiſſermaßen den Vorwurf hat machen wollen, der Herr Miniſter 
hätte ſic; die Sache bezüglich ſeiner Stellung zu der Frage ſehr leicht 
gemacht, ſo kann ic dieſen Vorwurf meinerſeits nicht anerkennen, Jh 
glaube vielmehr, es iſt ſehr viel leichter , ſc<nell und kurz über dieſe 
Frage der Realſchulberechtigung abzuurtheilen, nach der einen oder 
ver andern Seite hin, als den vorſicmtig erwägenden Standpunkt ein- 
zunehmen, wie geſtern der Herr Miniſter es gethan hat. Nachdem 
nun freilim hier ſehr lebhaft zu Gunſten der Realſchulen plaidirt 
worden iſt, will ich meinerſeits, ohne jedoc<m in das andere Extrem zu
	        

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