Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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der Königlichen Staatsregierung zur Berücſichtigung zu überweiſen. 
Auch dieſe Herren waren ſchnell fertig mit ihrem Urtheil über die 
Realſ<hulen und e8 waren Männer darunter von allen Seiten dieſes 
Hauſes, nur die Abgeordneten Perger und v. Bunſen haben, wie ich 
aus dem Protokoll entnehme, gegen dieſen Antrag geſtimmt. Seit jener 
Zeit hat man von der Sache nicht8 mehr gehört. 
Nun, meine Herren, ich werde ja geduldig abwarten müſſen, bis 
die öffentliche Meinung, wie der Herr Kultusminiſter geſagt hat, ſich 
abgeklärt hat, dann wird es ihm vielleicht gefallen, zu dieſer Frage 
Stellung zu nehmen. 
3< mödte aber do< wiſſen, ob ic< ihn in dem einen Punkt 
richtig verſtanden habe. Der Herr Kultusminiſter ſagte mir nämlich : 
in Beziehung auf die Neform der Gymnaſien verhandle i< mit dem 
Herrn Finanzminiſter, das koſtet Geld, ich weiß no< nicht, ob ich das 
befomme. 
Die Frage, wie es nun mit der Reform der Realſchule ſteht, hat 
der Herr Miniſter, ſoweit i< überſehen habe, gar nicht beantwortet, 
Vielleiht gefällt e8 ihm, no< ein paar Worte darüber zu ſagen, ob 
denn die in dieſem Frühjahr in Ausſicht geſtellte Reform, daß die 
lateiniſ<en Unterrichtöſtunden in der Realſchule vermehrt werden 
ſollten, jeßt yanz fallen gelaſſen iſt oder ob dieſe Frage noc< ſchwebt. 
Sagt der Herr Miniſter, daß dieſe Frage noh in Erwägung iſt, dann 
werde im mich beruhigen. J< würde aber bedauern , wenn die Ant- 
wort des Herrn Miniſter3 dahin ausfiele: e8 bleibe alles bei der 
Realſchule, wie es war. Denn meine Herren, der jeßige Zuſtand iſt 
unhaltbar. Jm Jahre 1859 hat man dieſen Anſtalten eine koordinirte 
Stellung verſprochen. Der Miniſter v. Mühler iſt endlich 1870 einen 
Schritt weiter gegangen. Von allen Seiten wird e38 anerkannt, daß 
die Realſchule, wie ſie jekt exiſtirt, nicht bleiben kann, und ich ſchließe 
mich dem ſachverſtändigen Urtheil des Herrn Vorredner8, des Herrn 
Kollegen Theiſſing, durhaus an. J< möchte nur wiſſen, ob Hoffnung 
vorhanden iſt, daß die Frage wegen der Umgeſtaltung der Nealſchule 
in nächſter Zeit =- wie lange, darüber will iH mir ein Urtheil nicht 
anmaßen = zur Erledigung kommen wird, 
Präſident: Der Herr Miniſter hat das Wort. 
Kultusminiſter v. Puttkamer: ZJ< glaube doh, daß ich grade 
in Bezug auf dieſen Punkt, den der Herr Abgeordnete Ni>ert eben 
urgirt, mit vollkommener Deutlichkeit geſtern mic<h ausgeſprochen habe,
	        

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