Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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drei großen techniſchen Fächer vorführte, dafür aber allerdings erklärte, 
daß er das Recht, vorzubereiten für die te<hniſ<en Ho<ſ<ulen, künftig 
nicht den bis8herigen Gewerbeſhulen laſſen könne, ſondern daß die 
Sculen in ihrer Leiſtungsfähigkeit und in ihrer Organiſation verbeſſert 
werden müßten. In Bezug auf dieſe Vorbildungsfrage iſt die Lage 
die -- und das bitte im) doch no< Herrn v, Minnigerode erwidern zu 
dürfen -- daß von Amerika und England ab bis nac<h Frankreich, 
Italien und Deſterreih = ich will aber auf jene erſten beiden Länder 
nicht provoziren, weil ſie überhaupt nicht unſere reguläre Vorbildung 
haben, -- daß alſo in allen Staaten des europäiſchen Kontinents 
nirgends eine zwangsweiſe Vorbereitung für die tehniſ<en Fächer 
in den klaſſiſ<en Sprachen vorhanden iſt, außer in Preußen und den- 
jenigen Staaten, welche ſeinem Beiſpiele ſeit 1859 gefolgt ſind, auc< 
nicht in Oeſterreich, nicht in Jtalien, au<F nicht in allen deutſchen 
Staaten, zum Beiſpiel nicht in Württenberg. 
I< erlaube mir ferner, darauf hinzuweiſen, daß ſhon im Herbſt 
1878, als die von Herrn v. Minnigerode bezeichnete Bewegung unter 
den Baubeamten eintrat, die Mehrheit aller jungen Leute, welche zu 
te<hniſchen Studien übergingen, nicht von den Gymnaſien, ſondern von 
den Realſchulen kam. I< ſchließe hieran nur noh die eine Bemerkung, 
daß ſich in den Händen des Herrn Abgeordneten Freiherrn v. Minni- 
gerode, ſofern er Mitglied der ſtändigen Kommiſſion für das techniſche 
Unterrichtsöweſen iſt, eine ausführlihe Denkſchrift befindet, worin unter 
anderem auc< dieſe Frage in eingehender Weiſe behandelt worden iſt. 
Weil dieſe Denkſchrift erſt in dieſen Tagen den Herren zugegangen iſt, 
ſo ſcheint e8, daß der Herr Abgeordnete in ſeiner Rede auf den Jnhalt 
dieſer Denkſchrift no< keinen Bezug genommen hat. 
Präſident: Das Wort hat der Abgeordnete Sombart. (Un- 
ruhe links.) 
Abgeordneter Sombart: Meine Herren, wenn ic<m auh eine 
kleine Bewegung bemerke, ſo ſoll mi< das doh nicht abhalten, da die 
Sache doh einmal zur Sprache gebrac<t iſt, zu meiner Freude von 
jener Seite, auc<m meinerſeits auf dieſen Gegenſtand no< mit wenigen 
Worten zurückzukommen, Sie erinnern ſich vielleiht, wie im mit 
meinen j<wachen Kräften vor 2, reſpektive 3 Jahren in einer aller- 
dings ſpäten Abendſitung für dieſe Angelegenheit eintrat, und wie ich 
es verurtheilte, daß eine Beuth'ſ<e Gewerbeſchule --- ich erinnere an 
die Schöpfung dieſes großen Gewerbemannes =- zur Zeit in eine
	        

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