Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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einfacheren Formen der erzählenden zu denen der reflectirenden Darſtellung iſt 
zu befolgen. 
13. Die Bearbeitung des Themas iſt in der Regel dur< vorau3sgehende 
Beſprechung vorzubereiten, welche ſich ebenſo auf Vermittelung, wie auf An- 
ordnung des Stoffes richtet; doch iſt der Selbſtſtändigkeit des Schüler3 der 
gebührende Spielraum zu gewähren. 
14. Neben den Aufſäten gehen DispoſitionSübungen her. Eine beſondere 
Dispoſitionslehre, ſowie ein ſyſtematiſcher Unterricht in Rhetorik und Stiliſtik 
wirv nicht ertheilt. 
15. Ein Leſebuch, das eine Sammlung proſaiſcher Muſterſtü>e der ver: 
ſhiedenen Stilgattungen enthält, iſt zum Gebrauche für die Uebungen des Au3- 
drudes zu empfehlen. 
16. Die freien Vorträge beſchränken ſich auf Jnhalt8angaben aus der 
Lecture, auf geſchichtliche Erzählungen und Beſchreibungen. 
IV. Die zwe>mäßige Einrichtung und Benußung der Scüler- 
bibliotheken. Referent: Rector Dr. Frid (Halle). Correferent : 
Director PBaulſiek (Magdeburg). 
Zuſammenſtellung der angenommenen Theſen. 
1. An jeder höheren Lehranſtalt iſt eine ſelbſtändige, von der Lehrer“ 
bibliothek getrennte Schülerbibliothef nothwendig; auc<ß die etwa vorhandenen 
Unterſtüßungsbibliotheken ſind von der Sculbibliothel zu trennen. 
9, Wo nicht beſondere Verhältniſſe, 3. B. eines Internats es entbehrlich 
maden, empfiehlt ſich die Theilung der Schülerbibliothe?. ſei es in mehrere 
Gruppen für naheſtehende Claſſencomplexe (Gruppenbibliothek), ſei es in Ab- 
theilungen für je eine Clajſe (Claſſenbibliothek), ſo indeſſen, daß dex einheitliche 
Charakter der Schülerbibliothek auf jede andere Weiſe gewahrt wird, auch dem 
Schüler die Benußung der Bibliotheken anderer Gruppen der Claſſenſtufen nicht 
verſchloſſen bleibt. 
3. Ein Hauptbibliothekar hat, von Hülfsbibliothekaren unterſtüßt, die ein: 
heitliche tehniſche Verwaltung der Scülerbibliothet. Zu Bibliothekaren werden 
vom Director die befähigtſten Perſönlichkeiten, vorzugsweiſe aus den Ordinarien 
und Lehrern des Deutſchen beſtimmt. 
4. Die Aus8wahl der Bücher und Verwendung der Mittel ſteht in erſter 
Linie dem Director zu, der die Wünſche der Bibliothekare und der übrigen 
Collegen zu hören hat. 
5. Die Schülerbibliotheken ſind durch etatsmäßige Mittel der Patronats3* 
behörde zu unterhalten ; Beiträge dürfen von den Schülern nicht erhoben werden 
(Stimmengleichheit). 
6. Ein obligatoriſcher Kanon zu leſender Bücher iſt nicht aufzuſtellen, 
do<h iſt es wünſchen3werth, daß durch Empfehlung der Lehrer eine gewiſſe Anzahl 
von Büchern ſich zu einer Art Kanon von Schriſten geſtaltet, die gelejen zu 
haben eine Ehrenſache für den Schüler werden muß. 
7. Die Sextaner und Quintaner ſind nicht von der Benußung der Schüler- 
bibliothek auszuſchließen. Eine ſehr beichräntte Auswahl guter Werke in mehreren 
Exemplaren genügt.
	        

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