Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

niken, die allerdings wohl etwas moderniſirt ſein mögen, ſowie die 
verſchiedentlih daran geknüpften Bemerkungen des Herausgeber3 richtig 
zu würdigen, würde eine genaue Kenntniß des älteren Sprahgebrau<s 
nöthig ſein, die dem Referenten abgeht. Dem älteren Sprachgebrauch 
gehört wahrſcheinlich die Redensart yp. 19 an: et Dieu ne plaise que 
je retourne jamais en arriere. Zu retourner en arriöre heißt es 
in der Anmerkung: „Pleona8mus bei retourner.“ =- König Heinrich 
knüpft offenbar an den vorher gebrauc<ten Ausdru> retourner an, 
der in den Worten ſeines Dieners vorgekommen ſein dürfte und der 
von dieſem in rein localem Sinne gemeint iſt. Die Antwort des Königs 
iſt aber nicht rein local, ſondern als eine Art ritterliher Maxime zu 
faſſen, allerdings mit gleichzeitiger localer Bedzutung. Laſſen wir en 
arriere weg, ſo wird die Erwiderung des König3 geradezu ſinnlos, 
Man leſe die Worte: A Dieu ne plaise que je retourne jamais 
[nämlich au village oü mes fourriers m'ont fait un logis] quand 
une fois j'ai vötu ma cotte d'armes. Wirklihe Pleonasmen ſind 
ſc<hwerli< in einer neueren Sprache ſeltener, als im Franzöſiſchen, 
Ein Pleona8mus dürfte eher gefunden werden in der zu den Worten 
Quelle que füt leur constance (p. 45) empfohlenen Ueberſeßung : 
Wie groß au<h ihr zähes Ausharren war --; elegant iſt ſie wenigſtens 
nicht. | 
Schon retourner en arriere im rein localen Sinne iſt kaum als 
Pleona8mus zu betrachten, noc< weniger aber, wenn, wie es ſcheint, die 
alte Sprache retourner hier gleichzeitig im Sinne von tourner ver- 
wendet. = 
Jn demſelben Saße konnte man über den tranſitiven Gebrauch 
des Verbs yäötir Etwas geſagt werden. Obwohl die Wörterbücher die - 
Redensarten yvötir un habit, une robe, etc. aufführen, ſo iſt Referenten 
dieſe Wendung (ſtatt revötir) bei der Lectüre moderner Schriften no< 
nie vorgekommen. 
Wenn Sacherklärungen ihre Nechtfertigung darin finden, daß ſie 
etwas zum ſachlihen Verſtändniß einer Stelle Weſentliches beitragen, 
ſo erſcheint die Notiz, die auf p. 42 die Nennung des Namens Bayeux 
begleitet (Bayeux mit der berühmten Stierei von der Eroberung 
Englands dur< Wilhelm) überflüſſig. Was ſoll das hier? Was weiß 
ein Schüler davon? und was lernt er hier darüber ? 
Seite 76 wird garcon boulanger mit Bä>erjunge erklärt; 
viel nöthiger wäre auf der nächſten Seite eine Erklärung de8 Ausdru>s 
Lettner, der in Anmerkung 4 vorkommt.
	        

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