Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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und ſeine praktiſchen gediegenen Einrichtungen; man darf wohl dieſe 
Schule mit ihren weiſe dur<dachten Einrichtungen als eine Muſter- 
anſtalt bezeichnen. 
Um 1 Uhr vereinigte ein fröhlihes Mahl die Lehrer der Anſtalt 
mit den Behörden und einer Anzahl von anderen Gönnern und Freun- 
den der Schule im oberen Muſeum. Die Reihe der Toaſte eröffnete 
Se. Excellenz der Herr Kultusminiſter Dr. v. Geßler, wel<her auf 
Seine Majeſtät den König hinwies, den kräftgen Förderer unſerer 
Volksbildung, wel<hem nicht bloß das Realgymnaſium das herrliche, 
heute eingeweihte Gebäude, ſondern unſer Unterricht3weſen überhaupt 
ſeine Blüthe verdanke. Mit Begeiſterung wurde der Toaſt auf den in 
Ehrfur<t geliebten König aufgenommen. Rector Dillmann ſtattete 
- den Dank der von ihm geleiteten Anſtalt ab an die Regierung, welche 
weiſe die in der Zeit liegende Jdee begriffen und kräftig troß der 
entgegenſtehenden Hinderniſſe in's Leben eingeführt habe, und welche 
nunmehr im Verein mit der Liberalität der Stände dieſer Jdee die 
Krönung dur< ein herrliches Gebäude verliehen. Er ließ Regierung, 
vor allem Kultusminiſterium und Finanzminiſterium, und die Stände 
des Landes hoch leben. Prof. Rheinhard widmete ſeinen Trink- 
ſpruch den verehrten Mitgliedern des Oberſtudienrath8, wobei er den 
anweſenden Präſidenten Dr. v. Binder ſehr warm einſ<loß. Prof. 
Schümann trank auf das Gedeihen der Stadt Stuttgart, welche 
wiederum mit einem prachtvollen monumentalen Gebäude bereichert 
worden ſei, und auf das Gelingen der dem Realgymnaſium benach- 
barten Gewerbeausſtellung. Prof. Fauſer ließ den Baumeiſter leben, 
welcher in ſeinem Werk die Jdee de8 Realgymnaſiums, die Vereinigung 
des edelſten formſ<hönen klaſſiſ<en Alterthums mit den Ergebniſſen 
der modernen Wiſſenſchaft, verwirklicht habe, Profeſſor Dr. Georgii, 
anknüpfend an da8 Wort, daß das Realgymnaſium vor allem feinen 
gymnaſialen Charakter feſtzuhalten habe, giebt dieſem Gedanken da- 
durc< Ausdru>, daß er in einem lateiniſchen Gedichte die Geſinnungen 
des Lehrerkollegium3 gegen den allverehrten Rector bekundet. Wir 
denken, einigen unſerer Leſer eine Freude zu bereiten, indem wir die 
nah Form und Jnhalt vollendete Ode hierher ſeßen: 
Quem virum aut heroa I1yra canora 
Te Sequens dicam, Venusine vates, 
Cujus auratam recinet per aulam 
Nomen imago,
	        

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