Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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hervorbringt, ſo iſt von da bis zur Verſchmelzung der Laute b's, p't 
zu einem Doppelconſonanten, wie er zu Anfang der Wörter p8aume, 
pterocarpe, oder in der Mitte von rapetisser auftritt, doch noh ein 
- weiter Weg. 
So ſc<hwer es Referenten wird, an einen Jrrthum einer Autorität 
auf dem Gebiete der Ortho&pie zu glauben, ſo ſchwer wird es ihm 
andrerſeits, deren Anſicht in dem erwähnten Punkte anzunehmen. 
Man darf wohl vorausſeßen, daß der den Spre<organen mögliche 
Laut des b in observation und obtenir ſich von ſelbſt ergeben wird, 
wenn das 0 reht kurz und offen und die Conſonanten 8 und t recht 
ſcharf artikulirt werden, ohne daß man zu jener auffälligen Figurirung 
zu greifen braucht. 
Die Aſſimilation der Laute ſpielt natürlich eine große Rolle in 
der Ortho8öpie ; man darf jedoH aus der Schwierigkeit gewiſſer Laut- 
verbindungen nicht ſofort Regeln formuliren wollen. Au< im Deut- 
ſchen geht hier die Theorie vielfac< zu weit, wie wenn 3. B. verlangt 
wird, Abt, Hand = Apt, Hant auszuſprehen, und wenn man die 
Möglichkeit der richtigen Artikulation der mutae als Endconſonanten 
überhaupt leugnet. Artikulirt der Deutſche im Allgemeinen hier weniger 
ſorgfältig al8 z. B. der Engländer, ſo würde es gleihwohl übertrieben 
ſein zu“ fordern, Leib müſſe Leip geſpro<ßen werden. 
Der Bearbeiter der 8. Lieferung faßt ſich bedeutend kürzer, als 
es von Prölß in ſeiner ſehr fleißigen Ausgabe geſchieht. Do bringt 
er alles irgend Wünſ<henswerthe bei. Manche der ſprachlichen Bemer- 
kungen könnten für Schüler, die im Stande ſind, die Considerations 
zu leſen, als etwas zu elementar erſheinen. Das Verfahren erſcheint 
gerechtfertigt dur; eine Hinweiſung des Vorworts, in der es heißt: 
„Und zwar ſollen die grammatiſchen Bemerkungen mehr dem Bedürfniß 
des Gymnaſiaſten ſih anpaſſen, während die ſachlihen Notizen mehr 
für den Realſchüler angelegt ſind,“ | 
Beide Arten der Anmerkungen entſprechen den angegebenen Zwecken 
vollſtändig, und ſollte manche ſelbſt für Gymnaſiaſten entbehrliche Er- 
läuterung vorhanden ſein, ſo werden wenigſtens die ſc<hwierigeren Er- 
ſcheinungen, an denen die Schrift ziemlich reich iſt, darüber nicht ver- 
nachläſſigt, ſondern mit vorzügliher Sachkenntniß erörtert. Die Ab- 
weichungen vom heutigen Sprachgebrauch werden größtentheils richtig 
<arakteriſirt. =- Zu einigen grammatiſ<hen Erläuterungen mögen hier 
ein paar Worte beigefügt werden. Zu je ne puis comprendre qu'il
	        

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