Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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IV. Pädagogiſche Zeitung. 
A. Chronik der Schulen. 
Preußen, Duis8burg. Rede des Provinzialſ<hulrath3 Dr. Höpfner 
bei der Feier des fünfzigjährigen Beſtehen3 der Realſchule. 
Mai 1881. 
Hochzuverehrende Anweſende! Das Gedenkfeſt Jhrer Realſchule, das wir 
hier begehen, findet auch bei der Aufſicht3behörde, in deren Sinne ich mir er- 
laube, jeht das Wort zu nehmen, die freudigſte Theilnahme. E38 wird dort gern 
die Freude der Bürgerſchaft getheilt, wel<ßhe dem Wachsthum und Gedeihen 
eines wichtigen Zweiges unſeres höheren Uuterricht3weſens8 in dieſer ebenſo ehr- 
würdigen als blühenden Stadt gilt. Es wird dort auc< mit beſonderer Genug 
thuung anerkannt, daß fürſorgende Einſicht, ebenſo ſehr wie hochherzige Freige- 
bigkeit dieſem Zweige den Boden gewährt haben, auf wel<em er zu einem 
weitſhattenden, mächtigen Baume emporwachſen kann, und daß, in richtig 
vorausgeſehener Folge hiervon, ſchon heute etwa 100 Kinder mehr in Duisburg 
höheren Schulunterricht begehren und finden, als vor der Emancipation der 
Realſchule von der ältern Schweſteranſtalt der Fall war. Es wird endlich dort 
an einem Ehren: und Freudentage dieſer Anſtalt, wie der heutige, auc< gern 
Gelegenheit ergriffen, denjenigen Männern, welche ihre berufenſten Vertreter 
ſind, anerkennenden Dank au3zuſprechen, den Männern alſo vor Allem, die das 
Curatorium, und denen, die die Lehrerſchaft dieſer Anſtalt bilden, und in dem- 
ſelben Sinne den Mann zu beglükwünſchen, der mehr als jeder andere ſim mit 
dieſer Schule Eins wiſſen ſoll und wird, ihren Director. =- Das Gedenkfeſt 
aber einer Realſchule, hoc<hverehrte Anweſende, lenkt den Bli, der von dem 
Heute aus unwillkürlich zurü> ſchaut und vorwärt3, in ungewöhnlichem Maße 
von dem individuellen Geſchife und Lehrgange ab und auf den Entwicelungs- 
gang dieſer ganzen Gattung von Schulen hin; denn die ſchwerſten Kriſen 
und die folgenreihſten Wendungen, welche eine einzelne Realſchule in dem 
lebten Halbjahrhundert erfahren hat, ſind ſicherlich die natürlichen Folgen der 
Entwieelung, welhe die ganze Gattung nahm, und um ſo weniger iſt eine 
Aenderung dieſes Verhältniſſes von den nächſten Jahrzehnten zu erwarten, je 
ferner wir noh, wenn ich nicht irre, von dem Zeitpunkte ſind, wo man die 
Realſchule, gleich dem Gymnaſium eine von allen Seiten geklärte und in allen 
Punkten geſicherte Stellung im Geſammtorgani38mus unſere3 höheren Schulweſens 
wird einnehmen ſehen. Es iſt daher kaum möglich, zur Zeit einer Realſc<hule 
einen Feſtwunſc< darzubringen, ohne dieſen Wunſch auf das ganze Bebiet der 
Realſ<hulen gleiher Ordnug überhaupt zu erſtrefen. Und in der That, daß 
Sie, ho<hverehrte Anweſende, und namentlich auc< Sie, meine Herren, die Sie 
aus den Reihen der rührigſten Freunde der Realſchule hier zahlreich verſammelt 
ſind, heute von mir ein „Gut Heil!" für die Realſchule überhaupt, nicht nur 
ein wünſchende3, ſondern an< ein zuverſichtliches erwarten, kann ich nur in der 
Ordnung finden. Denn Sie haben na den ſchiefen und unbilligen 
Urtheilen, die über die Realſchuleinden leßten Jahren von ſol<en 
ergangen ſind, deren unzulängliche Kenntniß der Sache für wei-
	        

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