Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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und durch das ganze Werk hindurc<h geſc<ehen iſt, und daß alſo auch 
hier, wie in faſt allen geographiſchen Lehrplänen, die Gefahr entſteht, 
daß beiſpiel8weiſe die bereits in Quinta abgeſc<loſſene Geographie der 
fremden Erdtheile in der langen Reihe der ſpäteren Jahre wieder ver- 
geſſen werde. Die theoretiſche Forderung, daß in den folgenden Klaſſen 
auch ſtet8 einige Stunden zur Repetition des in den vorhergehenden 
Gelernten verwendet werden ſollen, wird nicht nur in der Praxis häuſig 
daran ſcheitern, daß mit der neuen Klaſſe auc) ein neuer Lehrer des 
Fachs eintritt, der bei der Fülle ſeines eigenen, in der gegebenen Zeit 
kaum zu bewältigenden Penſum38 nur ungern daneben die Repetition 
ausführt; es iſt vielmehr auc< jede ſolche Repetition, wenn ſie keine 
Erweiterung, keine neuen anregenden Geſicht8punkte bietet, der Gefahr 
aus8geſekt, unter dem Mangel an Jntereſſe von Seiten der Schüler zu 
leiden. Auch iſt es do<F wünſc<en3werth, daß die fremden Erdtheile 
nicht bloß dem Standpunkte von Quintanern gemäß behandelt werden. 
Hierzu muß übrigens bemerkt werden, daß wenigſtens die politiſche 
Geographie der fremden Erdtheile im Dronke'ſhen Buche neben dexr- 
jenigen der europäiſchen Länder und ihrer Colonien im ethnographiſchen 
Theile des 5. Curſus wieder vorkommt. EZ3 ſcheint uns, daß man bei 
der Auſſtellung der geographiſchen Lehrpläne viel zu wenig die That- 
ſache beachtet, daß in der Geographie nicht wie in anderen Fächern 
z. B. der Mathematik und den Sprachen, jedes folgende Gebiet ſich auf 
den früheren aufbaut und dadur<, daß es dieſelben vorausſezt und 
anwendet, mittelbar eine ſehr wirkſame Wiederholung gewährt. Viel- 
mehr ſtehen hier die einzelnen Gebiete coordinirt, deShalb muß der Unter- 
richt, zumal bei den Anforderungen der Geographie an das Gedächtniß 
der Schüler, dieſe Gebiete auf jeder einzelnen Stufe ſjämmtlic< in ſich 
allmählig erweiternden Kreiſen behandeln. Daß dies bei zwei wöchent- 
lihen Stunden in jeder Klaſſe reht wohl möglich iſt, kann Referent 
aus eigener früherer Erfahrung verſichern. Für alle diejenigen aber, 
welche dieſe Anſicht nicht theilen =- und auf Seite derſelben ſcheint 
ja die Majorität zu ſein == oder welche an der Ausführung derſelben 
durc< gegebene Vorſchriften verhindert ſind, kann das Dronke'ſc<e Buch 
warm empfohlen werden. Daſſelbe ſteht ni<t nur, ſo weit wir dies 
zu beurtheilen vermögen, auf wiſſenſc<haftlihem Boden und berücſichtigt 
die Reſultate der Neuzeit, ſondern es iſt auch die Au8wahl, Anordnung 
und Behandlung des -- ziemlich reichhaltigen =- Stoffes eine zwe» 
entſprehende, und der in zuſammenhängenden Scilderungen, nicht in
	        

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