Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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EShulflora von Deutſchland. Nach der analytiſchen Methode bearbeitet von Dr. 
Otto Wünſc<e. Die Phanerogamen. 3. Aufl. 1881. Leipzig, Teubner. 
4 Mark. 
Die Sc<ulflora von Wünſche hat ſich in den 10 Jahren, wel<e 
ſeit ihrem erſten Erſcheinen verfloſſen ſind, ſo viele Freunde erworben 
und iſt ein nach den verſchiedenſten Seiten hin ſo ſorgfältig und ge- 
wiſſenhaft aus8gearbeitetes Werk, daß es nicht vieler Worte bedarf, um 
auch dieſe dritte, auf's neue verbeſſerte Auflage allen Freunden der 
Botanik zu empfehlen. Entgegengeſeßt den verſchiedenen Lokalfloren, 
wel<he mit möglichſter Vollkommenheit alle in einer Gegend vorkom- 
menden Pflanzenarten und Formen beſchreiben, bietet der Verfaſſer für 
Lehrer und Schüler ein Werk, welches ihnen ermöglicht, die in ganz 
Deutſc<land nur einigermaßen verbreiteten wildwachſenden und ange- 
bauten Pflanzen, ſowie die beliebteſten und häufigſten Ziergewächſe 
leiht und ſiher zu beſtimmen. Dies geſchieht ſo, daß zunächſt nach 
2 Tabellen, davon die eine nach dem natürlichen, die andere nach dem 
Linne'ſhen Syſteme gearbeitet iſt, die Familien beſtimmt werden, ſo- 
dann im Haupttheile des Buches bei der betreffenden Familie ein 
Schlüſſel zu den Gattungen gegeben wird, worauf dann, im Anſchluß 
an dieſelben, eine Diagnoſtik der Arten folgt, eine Einrichtung, die den 
Geübteren“ viel Zeit erſpart, Beigegeben ſind no<m zwei von vielen 
gewiß ſehr willkommen geheißene Tabellen, deren erſte eine Ueberſicht 
einiger na< den Blüthentheilen nur ſ<wierig zu beſtimmender Pflan- 
zen enthält und deren zweite zum Beſtimmen der Holzgewäc<hſe nach 
dem Laube dient, Wer ſich je in der Anfertigung von Beſtimmungs- 
tabellen verſucht hat, der wird der Ueberſichtlichkeit und Präciſion in 
obigen Tabellen ſeine Anerkennung nicht verſagen können, Daß die 
Tabelle na< dem natürlihen Syſtem immer etwas Künſtliches hat, 
iſt gar nicht zu vermeiden, wenn ſie nicht, wie man ſi< leicht an der 
Hallier*'ſh<en Tabelle in Ko<s8 Taſchenbuch überzeugen kann, zum Be- 
ſtimmen vollſtändig unbrauchbar werden ſoll. Ebenſo iſt es unmöglich, 
eine vollſtändige Charakteriſtik des natürlihen Syſtems in einer ſolchen 
Sculflora zu geben, weil eine große Anzahl Familien in dem behan- 
delten Gebiete gar nicht vorkommt, Daß übrigens das Beſtimmen nach 
dem natürlichen Syſtem ebenſo leicht iſt, al8 na< dem Linne'ſchen, 
davon haben wir uns durc< langjährige Erfahrung überzeugt, zumal 
wenn dem Anfänger über die Schwierigkeit des Auseinanderhaltens 
der Dikotylen und Monokotylen (man denke an Paris, Majanthemum,
	        

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