Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

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Perſien und den ſemitiſ<en Nachbarländern vor. Eth& ſprach über perſiſche 
Tenzonen, Vol> über die bevorſtehende 9. Auflage des Geſeniu8ſc<en Handwörter- 
buch8s, Grüne über ein von ihm herau3zugebende3 Bud) über arabiſche Philologie, 
Stolze über Funde von Keilinſchriften im ſüdlichen Fars8. 
Zun der indogermaniſchen Sektion ſpray Max Müller über buddhiſtiſche 
Sanskrit:Handſchriften aus Japan. Er legte vor einen japaneſiſchen Sanskrit- 
dru> ſowie ein Facſimile der in Fapan gefundenen, älteſten bi8her bekannten 
Sanskfkrit:Handſchriſt. Der Sektion8-Präſident Weber beglückwünſ<te Herrn 
Max Müller zu dieſer Entde>kung unter dem lebhaften Beifall der Verjammlung. 
Zu dem Feſtmahl am 15. September hatten ſich ungefähr 250 Mitglieder, 
darunter die erſten Orientalitten der Welt, eingefunden. Die Staatsregierung 
war vertreten durch den Kultus8miniſter v. Goßler, den Unterſtaatsſekretär Lucanus 
und den Miniſterial: Direktor Greiff, die Diplomatie durch den Geſandten Grie- 
<henlands am hieſigen Hofe, den gelehrten Herrn Rhangabse. Die Verſammlung hatte 
no< mehrere Gäſte, darunter den Staatsſekretär des Neichs-Poſtamts, 1'r. Stephan, 
Nachdem das Diner begonnen hatte, erhob ſich der Präſident de3 Orienta- 
liſten:Kongreſſe8, Prof. Dr. Dillmann, zu folgender Anſprache 
Ercellenz, meine Herren! Ju den wenigen Tagen unſeres Zuſammenſeins 
iſt über viele Dinge des Oſtens und Weſtens unter uns verhandelt worden, und 
die Stadt hat ihre ſchönſten und ſehen3würdigſten Schäße vor ZFhnen, verehrte 
Gäſte, aufgethan. Von dem Beſten aber, deſen wir Deutſche uns erfreuen, haben 
Sie bi8 jekt nichts zu ſehen und zu höven befommen. Heute in der Feſtfreude, 
da wir nach altmorgenländiſcher Sitte durch gemeinſchaftliches Mahl unſeren 
internationalen Freundſchaftsbund beſiegeln, geht uns Deutſchen das Herz auf 
und rühmen wir uns vor unſeren Gäſten laut eine8 Beſitzes, um den viele Na: 
tionen uns beneiden. Unſerem allergnädigſten Landes8herrn, unter deſſen Schirm 
wir tagen, dem Förderer aller guten und friedlichen Beſtrebungen, der auch un- 
jeren Kongreß mit ſeiner Huld zu bedenfen nicht verſ<mäht hat, dem ruhmbe- 
decten Fürſten, vor deſſen Herrſchertugenden, Glü> und gottbegnadigtem Alter 
zedermann in Verehrung und Bewunderung ſtille ſteht, dieſem für alle Zeiten 
leuchtenden Vorbild eines Herrſcher38, dem vielgeliebten Bater ſeiner Unterthanen 
widmen wir in Ehrfurcht dieſen erſten Toaſt. Se. Majeſtät der Kaiſer und 
König lebe hoh ! 
Die Verſammlung ſtimmte freudig begeiſtert drei Mal in dies Hoh ein. 
Die Stimmung wurde zuſehends gehobener, den (Hätten ſchien es in dem ſchönen 
Wintergarten gut zu gefallen. Allgemeine Stille trat ein, als der Kultusminiſter 
v. Goßler das Wort nahm: Meine Herren! Die feſtlichen Tage rauſchen dahin, 
und nicht lange mehr wird's dauern, ſo gehört der Kongreß der Vergangenheit 
an. Um jo mehr geziemt es uns deShalb Ausdruc> zu geben den Gefühlen de3 
Dankes dafür, daß Sie ſo zahlreich hier bei uns erſchienen ſind, hehre Meiſter 
der Sprachwiſſenſchaft und aufſtrebende Jünger. Wir freuen uns der Vertreter 
de3 uns ſo nahen Amerika, wie der Vertreter des Orients. An unſeren Dank 
für ihr zahlreiches Erſcheinen knüpft ſich die Hoffnung, daß dieſe Tage reife Frucht 
bringen werden, Fhnen zur Freude und zur Genugthuung bei ſo vielem unabdb- 
läſſigen Thun von früh bis jpät. Zhr ;Fleiß wurde au) dadurd) gefördert, daß 
der Himmel unabläſſig Negen herabfallen ließ, der Fhnen kaum geſtattete, ſich 
bei uns umzuſehen. (Heiterkeit.) Sie haben erfolgreich und glücklich gearbeitet; . 
bei Fhren Studien in den Seſtionen war es den jüngeren Gelehrten möglich, 
um den Beifall der Meiſter ſich zu mühen. Nun habe ich no<g den Wunſch, daß 
in Fhrem Herzen das Bewußtjein lebe, Sie ſeien hier herzlih auſgenommen 
worden. All unjer Denken, Hoffen, Wünſchen ſaſſen wir zuſammen in den Ruf: 
unjere verehrten Gäſte, jie leben ho<h! 
Begeiſtert riefen Alle drei Mal hoc<, und die Unterredung wurde von Mi- 
nute zu Minute lebendiger. Da bat um3 Wort Amari von Nom. Er ſagte; 
LKxcellence, Messieurs! 
„est uniquement au privilege de läge que je dois Phonneur de repondre 
au tvast, que Son Excellence a bien voulu porter aux membres GCtrangers 
ayant pris part au einquitme congres international des Orientalistes, Mes
	        

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