Full text: Pädagogisches Archiv - 23.1881 (23)

-- 736 - 
premieres paroles seront des remerciments pour les Soins Gclaircs que VOUS 
avez donnves 4 l'objet de faeciliter notre reunion. Nous 80mmes profonde- 
ment touches de 1a cordialite de l'accueil qni nous a 6t6 fait par Son 
Excellence, et par Monsgieur le Pregident du Congres et 868 Savants colla- 
borateurs. Nous en garderons tous le pr6cieux Souvenir et nous esp6erons 
que les relations personelles, renouvelces dans nos reunions, contribueront 
5 donner un nouvel 6lan aus 6tudes qui nous 8ont communes. Je bois 4 1a 
gante de Son Excellence le Ministre, de Monsgieur le President du Copgres 
et de 8es Savants collaborateurs! 
- Lauter lebhafter Beifall folgte dieſen Worten Amaris8, welche die Reihe der 
offiziellen Toaſte abſchloſſen. 
Der nächſte Redner war Herr de Gubernatis (Florenz). Seinen Toaſt deutſch 
beginnend, fuhr er italieniſc< fort. Er feierte Weber (Berlin), deſſen Lehrling 
er von 1862 auf 63 geweſen war, als Amari Miniſter des Unterrichts in JFtalien 
war. J< bin froh, fuhr Redner fort, hier ſo viele Schüler Webers zu ſehen, 
welche es ſo weit gebracht haben! I< trinke auf Weber und ſeine Schüler! An 
Kriſhnavarman ſic wendend, redete er dieſen auf Sanſkrit an und ſchloß mit 
einem Hoch auf Weber, den Leiter der jetzigen Sanſktritiſten. (Begeiſterter Bei- 
fall von allen Seiten.) 
Nunmehr trat Shyamaji Kriſhnavarman vor; mit einem Glas Waſſer in 
der Hand beſtieg er die Rednertribüne, und in engliſher Sprache Bginnend, 
ſtellte er ſich der Verſammlung vor als Vertreter von 256 Millionen Menſ<en. 
. Dieſe Vielen ſind großen Dank ſchuldig dieſen großen Gelehrten hier. Da ich 
nicht Wein trinke =- er fuhr in Sanſkrit fort =- ſo toaſie ich mit Waſſer auf 
unſeren Weber, und wie auf Weber, ſo auf den großen Gelehrten Dillmann, 
auch auf den Kultusminiſter wie auf alle anderen Miniſter und Meiſter ! (Lauter 
Beifall.) Redner ſchloß mit einem Citat aus dem Veda, des ZJZnhalts, es ſolle, 
was geſ<ehen, Alle3 gut ſein! (Großer Jubel.) 
„ Weber : Die ſc<hönſte Seite der akademiſchen Thätigkeit ſei die, daß ſie in 
alle Welt hineinreiche; wer vollend3 Sanſkrit lehre, der habe den höchſten Genuß. 
Sanſkrit ſei die Sprache Adams geweſen, in Sanſkrit habe aber auch ein Poſt- 
meiſter über Eiſenbahnen und Telegraphie geſchrieben. Dies lente ſeinen Bli 
auf ſeinen Tiſchnac<hbar Dr. Stephan ; er habe uns den Weg nac< Fndien ge- 
öffnet, der früher ſehr erſchwert war. Der Poſtillon des Weltgeiſtes Dr. Stephan, 
er lebe ho<4! (Begeiſterte Zuſtimmung.) 
Dr. Stephan: Meine Herren! Auf nichts war ich ſo wenig vorbereitet, als 
in dieſer hohen Verſammlung genannt zu werden; ganz plößlich fällt Dr. Weber 
über mich her = das bewahrheitet wieder den Schiller| <en Saß: „Es kann der 
Nachbar nicht dem Nachbar trauen!" (Große Heiterkeit.) Nun, meine Herren, es 
freut mich, daß Sie mit der Polt zufrieden ſind ; ſie iſt gern die aneilla der 
geientia. Ganz unglaublich iſt es, in welc< fur<tbarer Menge wir Sendungen 
von Jndien erhalten, darunter die eigenthümlichſten mit giftigen Schlangen und 
lebenden Koloradokäfern, 50 bis 60 Millionen Briefe, Kreuzbänder, Poſtkarten 
laufen von dort nach Europa; mehr als 900 Kamele würden zu dieſem Tran3:* 
port erforderlich ſein, und alle dieſe Sendungen wollen beantwortet werden, wie 
ſchon Horaz in einer Ode jagt; Jam Seythae responsum petunt et Indi! (Bravo ! 
Sehr gut!) Die Poſt ſtammt aus dem Orient, und dve3halb, meine Herren, bin 
ich, wenn Sie wollen, einer der erſten Orientaliſten. (Große Heiterkeit.) Daß 
der Verkehr und die Wiſſenſchaft, dieſe beiden Großmächte der Welt, immer in 
guter Verbindung bleiben, darauf leere ich mein Glas; der Verkeur und die 
Wiſſenſchaft ho&4! (Jubelnder Beifall.) 
Vr. Dieterici toaitete noc< auf Fleiſcher, Schlottmann auf Pott und Schade 
auf die Weiber und Kinder der Orientaliſten. Die Stimmung blieb eine ſehr 
gehobene ; erſt gegen Mitternacht verließen die lezten Gäſte den Wintergarten. 
 
Druck und Verlag von Herr>e & Lebeling in Stettin.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.