Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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gilt, Lateim früher einmal gelernt zu haben, -- micht etwa, es 
noch zu können. 
Anzuerkennen iſt, daß der Lateinunterricht des Gymnaſiums, 
durch langjährige Übung in ſeiner Methode erprobt, ſeiner Er- 
gebniſſe ſicher iſt. Es iſt de8halb wohl begreiflich, wenn der 
Gymnaſiallehrer ſich ſcheut, dieſes erprobte Handwerk8zeug des 
Unterrichtes in die Ede zu ſtellen und es mit einem neuen, 
unerprobten, zu verſuchen. Und doch ſind die Einwendungen 
gegen das alte, die Vorteile de8 neuen Werkzeuges ſo bedeutend, 
daß ein ehrlicher Verſuch mit leßzterem nicht nur empfohlen werden 
kann, jondexn über kurz oder lang vorgenommen werden muß. 
Auf Grund dieſer Anſchauungen muß die Kommiſſion einer- 
jeit3 auf die Zuſtimmung, andererſeits aber auch auf eine bis 
ins einzelne gehende Widerlegung derjenigen . verzichten, welche 
an der alleinjeligmachenden Kraft des Lateinunterricht8 feſt- 
halten. 
Soweit die Anſchauungen der Kommiſſion über dieſen Punkt. 
Weiter wünſcht der Hannoverſche B.-V., daß in Ausſpruch 1V der 
Saß: „der Übergang von einer ſolchen Schule zu einem Studium, für 
welche38 jene m<t die beſonder8 geeignete Vorbildung gewährte, iſt zu 
ermöglichen“ fortfalle, weil, wie e8 in der Begründung heißt, dies auch 
jezt j<on möglich und de8halb der nochmalige Ausſpruch überflüſſig 
- ſei. =- Die Kommiſſion war jedoch der Anſicht, daß, wenn ſie auch die - 
grundſäßliche Richtigkeit dieſer Anſchauungen des Hannoverſchen B.-V. 
zugiebt, es nicht überflüſſig ſei, den Gedanken noc< einmal ausdrüclich 
auszuſprechen, damit jedem, der die Ausſprüche lieſt, das Bewußtſein 
komme, daß eine ſtarre Ausſchließung der einen gegen die andere Ab- 
teilung nicht beabſichtigt ſei. 
4. Auch der Karlsruher B.-V. macht unter ſonſtiger lebhafter An- 
erfennung der Arbeit der Kommiſſion ſein Bedenken dagegen geltend, 
daß in Ausſpruch V viel zu ſehr auf die einzelnen in den verſchiedenen 
Schuljahren zu verlangenden oder nicht zu verlangenden Unterrichts8- 
gegenſtände eingegangen jet; es jei zweckmäßiger, nur einen Grundſaß 
auszuſprechen, dagegen die Anordnungen über die Art des Unterrichtes 
im einzelnen ſpäteren Verhandlungen zu überlaſſen. Der Karlsruher 
B.-V. ſchlägt de8halb vor, die Rejolution V wie folgt zu faſſen: 
„Für die Zukunft iſt eine einheitliche Geſtaltung des höheren 
Schulwejens in der Weiſe zu erſtreben, daß für alle Knaben
	        

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