Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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jebe berechnet, ſondern ihr wahrer Wert unmittelbar abgeleſen wird, 
endlich eine Reihe von Erſcheinungen, die ſich ſonſt ſchwer zahlenmäßig 
demonſtrieren laſſen, wie 3. B. der Druck auf den Hebelunterſtüßungs- 
punkt, mühelo38 zur Darſtellung kommt; der zweite Umſtand iſt ja an 
und für ſich zweifellos ſehr intereſſant, es möchte aber zweifelhaft ſein, 
ob eine Vorführung der Gejeze der einfachen .Maſchinen in einer Form, 
wie fie memals im Leben zur Anſchauung kommt, geeignet iſt, allein 
das Verſtändnis für dieſelben zu vermitteln, zumal zu der Zeit des Be- 
ginn8 des phyſikaliſchen Unterricht8, in welche diejer Abſchnitt der 
Mechanik zu fallen pflegt: mindeſtens müßte die Vorführung wirklicher 
Modelle nebenher gehen. Eingehendere Beſchreibung der Apparate findet 
man in der Zeitſchrift zur Förderung des phyſikaliſchen Unterricht3 1885 
April, Mai, Juni. 
(C3 folgt der Vortrag de8 Herrn Scholz (Berlin): Die neue 
- Geometrie anf den höheren Lehranſtalten. 
| Derſelbe bedauert, daß, obgleich in den Lehrplänen von 1882 für 
Realgymnaſien und Ober-Realſchulen die Grundlehren jowohl der dar- 
ſtellenden wie der ſynthetiſchen Geometrie gefordert werden, doch meiſt nur 
die letztere gelehrt werde, obgleich die erſtere wegen ihrer Verwendbarkeit 
im Leben, ihrer Beziehungen zu andern Unterricht3zweigen (Stereometrie 
und Kriſtallographie) das Intereſſe des Schüler8 rege zu erhalten und 
wegen des ſteten Überganges vom Wort zum Bild und der reichen Kon- 
ſtruktionsthätigkeit außerordentlich geeignet ſei, das Anjchauung3vermögen 
auch jüngerer Schüler zu entwickeln ; dagegen ſeße die ſynthetiſche Geometrie, 
ſoviel Genuß ſie auch dem reiferen Mathematiker gewähre, doch ein zu 
reiches Anſchauung8vermögen voraus, als daß ſich mit ihr bei der be- 
ſchränkten Zeit, die auf fie zu verwenden jei, beſriedigende Erfolge er- 
zielen ließen. Redner wünſcht daher Beſeitigung der ſynthetiſchen und 
ſtärkere Betonung der darſtellenden Geometrie ſelbſt für Gymnaſien und 
weiſt auf die Lehrpläne für die öſterreichiſchen Mittelſchulen hin, welche 
für dieſen Zweig einen weiten Raum gewähren. 
In der darauf folgenden Diskuſſion bemerkt Herx L. Müller, daß 
bei richtiger, auf Weckung des Anſchauungsvermögens hinzielender Be- 
handlung der Geometrie ſchon vom Beginne des Unterrichts an dasſelbe 
in den oberen Klaſſen genügend ausgebildet ſein dürfte, um ſynthetiſche 
Geometrie mit Erfolg zu lehren, doch erkennt auch er den hohen Wert 
der darſtellenden Geometrie an. Herr Flohr berichtet jeinerjeits über 
günſtige Erfahrungen im Unterricht in der neueren Geometrie. Herr 
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