Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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ſchrieben in der elektro-techniſchen Zeitſchrift 1881 S. 370), welches mit 
Hilfe einer elektromagnetiſchen Vorrichtung die Temperaturveränderung 
auf einer weithin ſichtbaren Skala ableſen läßt. Einige Verſuche, wie 
die Wärme-Entwickelung beim Erſtarren von unterkühltem, unterſchweflig- 
ſaurem Natrium, Erhöhung des Siedepunkt8 bei Erhöhung des Drucks, 
zeigen die Verwendbarkeit des Apparates, deſſen Einführung in der Schule 
freilich jein hoher Preis entgegenſtehen dürfte. 
Herr Schwalbe legte ein Bouquet künſtlicher Blumen (von Böttcher, 
Frankfurt a. M.) vor, deren Farben gleichfalls gegen Temperaturver- 
änderungen empfindlich ſind. 
Herr Szymanski (Berlin) führt ein Inſtrument von geradezu ver- 
blüffender Einfachheit vor, welches in vorzüglicher Weiſe die Luft- 
verdichtung und Verdünnung in Schallwellen objektiv zu 
zeigen im ſtande iſt, was bi8her, ſv wichtig es auch für das Ver- 
ſtändmi3 dieſer Vorgänge iſt, nur in höchſt ungenügender Weiſe, etwa 
durch den Hopkinsſchen Trommel- und den Königichen Flammenapparat 
gelungen iſt *). In ein kurzes Meſſingröhrc<hen iſt ein durchbohrter Meſſing- 
jtöpfel eingejeßt, deſſen Kanal mit einem Häutchen überſpannt und dadurch 
zum einfachſten Ventil gemacht iſt, Dieſe8 Röhrchen wird vermittels 
eines Kautſchukſchlauche3 mit einem Manometer in Verbindung geſezt. 
Befindet fich das Ventil an irgend einer Stelle der Luftverdichtung, ſo 
wird es gehoben und das Manometer ſteigt ; durch einfache Umkehrung 
des Meſſingröhrc<hen8 wird das Ventil natürlich geeignet, Luftverdünnung 
anzugeben. (Es gelang dem Vortragenden, deutliche und bei gefärbtem 
Inhalt des Manometer3 weithin ſichtbare Ausſchläge an Verdünnungs- 
bezw. Werdichtungsſtellen über Chladniſchen Klangſcheiben, in Orgel- 
pſeiſen, in einer offenen Röhre zu erhalten, die durch eine Stimmgabel 
zum Tönen gebracht worden war. 
Herr Schulz (Berlin): Die Naturwiſſenſchaft im Dienſte 
der Sprachwiſſenſchaft. 
Die Spracherſcheinungen müſſen ſich, nach Humboldts Ausſpruch, 
auf ein gemeinſames Grundgeſeß zurückführen laſſen; bis jekt ſind die- 
jelben jedoch ſtet8 a priori zu erklären verſucht worden, daher der Wider- 
ſpruch in den Erklärung3verſuchen. Die hiſtoriſche Sprachforſchung hat 
nur den Wandel der Form nachgewieſen. Die phyſiologiſche Grundlage 
edurbernan 
 
*) Aucy die von Kundt (Pgg. An. CXXXV) angegebene Art, ſtehende 
Schwingungen in einer Glasröhre ſichtbar zu machen, gehört hierher,
	        

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