Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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tungen nicht entſprochen hätten; e8 muß angenommen werden, daß der 
Herr Miniſter dem Andrängen der Agitation, welche durch die Beſchlüſſe 
des hohen Hauſe38 und durch die eigene Erklärung des Herrn Miniſters 
zurückgewieſen, aber dadurch nicht zur Ruhe gelangt war, vielmehr mit 
wachſender Energie betrieben wurde, ſchließlich nicht widerſtanden hat. 
Die unterzeichneten Direktoren, welchen die Leitung der preußiſchen 
Ober-Realſchulen anvertraut iſt, und welche durch die Entziehung eines 
ſehr wichtigen Rechtes die Leiſtungsfähigkeit, ja die Exiſtenz der Ober- 
Realſchulen gefährdet ſehen, richten an das hohe Haus die gehorfamſte 
Bitte, dasſelbe wolle dahin wirken, daß in 8 2 der „Vorſchriften“ vom 
6. Juli dieſes Jahres am Schluß des erſten Abjaßes nach den Worten 
„einem preußiſchen Realgymnaſium“ hinzugefügt werde: „oder einer preu- 
biſchen Ober-Realſchule". 
Die Begründung unſeres gehorſamſten Antrages iſt im der von dem 
Herrn Miniſter der öffentlichen Arbeiten dem Landtage im Beginn der 
Seſſion 1878/79 vorgelegten „Denkſchrift über das techniſche Unterricht3- 
weſen", in der mehrfach angeführten Verfügung desfelben Miniſters vom 
1. November 1878, in den Verhandlungen des Landtage8 vom 21. und 
23. Januar und 14. Februar 1879, in8bejondere auch in den Erklärungen 
der Herren Kommiſſare des Miniſter8 für öffentliche Arbeiten und des 
Miniſters für die geiſtlichen, Unterrichts- und Medizimal-Angelegenheiten 
jo klar und erſchöpfend enthalten, daß wir un38 durchaus auf dieſelbe be- 
rufen dürfen. == Nur mit Rückſicht auf die vielfachen Beziehungen, in 
welchen die hier in Rede ſtehende Frage mit anderen Fragen de3 öffentlichen 
Wohles8 ſteht, und mit Rücſicht auf Erſcheinungen und Entwicklungen, 
welche ſeit dem Jahre 1879 hervorgetreten ſind, erlauben wir un8,- dieſer 
Petition eine Denkſchrift beizufügen, welche wir der Erwägung des hohen 
Hauſes gehorſamſt unterbreiten. 
. Durch 8 54 der „Vorſchriften“ vom 6. Juli 1886 iſt angeordnet 
worden: „Die den Abiturienten der Ober-Realſchulen eingeräumte Berech 
tigung, nach dem akademiſchen Studium zu den Prüfungen im Bau- und 
Majchinenfach zugelaſſen zu werden, bleibt nur noch für diejenigen in 
Kraft, welche ihr Reiſezeugni8 vor Ende des Jahres 1889 erworben 
haben.“ Infolge dieſer Beſtimmung werden diejenigen Schüler der Ober- 
Realſchulen, welche am 1. Oktober 1886 nach Ober-Sekunda verſetzt ſind, 
ſofern ſie in der normalen Zeit von 3 Jahren die oberſten Klaſſen ab= 
ſolvieren und zur Ablegung der Reifeprüfung gelangen, noch zu den Prü- 
fungen für den Staat8-Baudienſt zugelaſſen werden ; diejenigen aber, welche
	        

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