Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

Einige Mitteilungen über „The Teachers' Guild of Great Britain 
and Ireland.“ 
Neben dem Stande der Theologen, Juriſten und Mediziner iſt in 
England der der Lehrer bekanntlich noch nicht allgemein anerkannt. E3 
wird das verſtändlich, wenn man berückſichtigt, daß bis vor kurzem den 
Lehrern kaum die Möglichkeit gegeben war, ſich eine pädagogiſche Fach- 
bildung zu erwerben, noch auch die „beadmasters“ eine ſolche von den 
Bewerbern verlangten. Dies galt inöbeſondere von den Mittelſchullehrern ; 
aber auch hinſichtlich der Elementarſchullehrer war noc< vor micht langer 
Zeit zutreffend, was der Vorſigende des london School Board, Mr. 
Burton, im Frühling dieſes Jahres auf einer Verſammlung äußerte: die 
Lehrthätigkeit jei die lezte Ausflucht aller derer geweſen, die ander8wo 
nicht hätten fortkommen können. Der medrigſte akademiſche Grad, der 
B. A. aljo durchaus keine Fachprüfung, berechtigt noch heute zum Lehr- 
amt in den höheren Schulen. Wer dieſe Prüfung mit „bonours“ be- 
ſtanden oder gute private Empfehlungen aufweiſen kann, erhält meiſt 
leicht eine Stelle. Ferner ſind ein großer Teil der Lehrer und die 
meiſten Direktoren an den höheren Schulen Geiſtliche und betrachten ihre 
Lehrthätigkeit al8 die Übergang8zeit in ein geiſtliches Amt. 
Mean hat zwar in den lezten Jahren pädagogiſche Seminare mit 
Vorleſungen und praktiſchen Übungen eingerichtet und verſucht, die Lehrer 
zur Ablegung einer Prüfung an denſelben zu bewegen, aber ſolange dieſe 
nicht unbedingtes Erforderm8s wird für die Erlangung einer Stelle, 
dürften jene loben3werten Beſtrebungen kaum eine durchſchlagende Ände- 
rung der gegenwärtigen Zuſtände herbeiführen. Auch der Übertritt tüch- 
tiger Pädagogen in ein geiſtliches Amt wird von einſfichtigen Männern 
vielfach angegriffen. So ſagte das „Journal of Kducation“ bei Ge-
	        

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