Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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für die alte Perfektſorm dic-8t6, weil auch ſonſt =-tis die Endung 
der 2. pl. war, und dieſer Analogie folgend wurde die Aoriſtform 
dix-s umgelautet zu: dixti.“ Daraus werde einer klug. Für -ste 
und dic-8te joll e8 doch heißen: -stis und dic-stis? Allein damit 
iſt nichts gebeſſert. In 8 22 wird bewieſen, daß eben dieſe Endungen 
-Sti und -stis nicht urſprünglich perfektijch find, jondern daß -8stis 
aus dem Aoriſt in das Perſekt gedrungen; dafür iſt die Perfektendung 
„ti in den Aoriſt gedrungen, und mit dem thematiſchen Konſonanten 8 
verſchmolzen iſt ſie dann wieder ins Perf. zurückgewandert, Alſo von 
einer alten Perfektform dic- te (dic = tis) kann gar keine Rede ſein. 
Die Lehre von der Verſchmelzung des Perſekt38 und des Aoriſts ſieht 
jehr glaubhaft aus, allein geht man der Sache auf den Grund und 
verſucht ſich den Übergang im einzelnen anſchaulich zu machen, ſo ſtößt 
man auf die größten Schwierigkeiten. Da heißt e8 hypothetiſche For- 
men bergehoch übereinander türmen, daß es einem ſchwindlig wird. 
Man ſehe den 8 22 de8 Buches. Warum, frage ich, kann die Ver- 
niſchung der Endungen des P. und des A, nur an einem Dentalſtamme 
gezeigt werden? (S. 79.) Soll e8 heißen, daß von diejen die Miſchung 
aus8gegangen und ſich über die anderen verbreitet hat? Aus des Ver 
ſaſjſer3 Buche kann der Leſer es nicht erjehen, da muß er ander8wo ſich 
Auskunft holen. Doch ich merke, ich bin ſchon auf die wiſſenſchaftliche 
Seite de38 Buche3 eingegangen, und da8 wollte ich nicht. 
Nun das andere, Neben dem Sanskrit hat der Verfaſſer auch das 
Germaniſche gelegentlich herangezogen ; nicht oft, aber unter den wenigen 
Anführungen find drei, in denen Falſches enthalten iſt. S. 48. got, 
bafans und ahd, intgebaner find nicht part. praes. ſondern part. 
praet. S. 99 neben ur» und mengis kann doch nicht menoth ſtehen, 
e8 muß heißen menoths. S. 69 ſagt Verfaſſer: „e iſt zu e geſteigert 
it: Sedi, veni, clepi, legi; vgl. got. Setum, quemum, hlefum. Der 
Grund dieſer Abweichung iſt mir nicht bekannt." Was ſoll die Ver- 
gleichung ? Sollen die je 3 Stämme verglichen werden? Das hat hier 
keinen Sinn. Oder ſollen die langen 6 in beiden Reihen von Formen 
verglichen werden ? Das hat noch weniger Sinn. Die Übereinſtimmung 
iſt zufällig. Got. a gibt e8 nicht, dafür ſteht & (und 6). Der got. 
Ablautreihe gita 8at getum entſpricht ahd. 8izu 882 884zumes. Was 
beweiſt dieje Ablautreihe i 3 8 für sedeo s86di? Derartige ſpielende - 
Vergleiche ſind in einem wiſſenſchaftlichen Buche m<t am Plate, Sie 
erklären nicht8, ſondern führen nur irre und erwecken höchſtens den Arg-
	        

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