Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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anwächſt und dabei Gewähr geleiſtet wird, daß ihre Auswahl nicht 
von parteiſchem Standpunkte aus ſtattgefunden hat? Es lohnt wohl, 
daraufhin ein oder noch beſſer mehrere wiſſenſchaftliche Gebiete eingehend 
zu unterjuchen. 
Für einen ſtreng abgegrenzten Teil der Botanik, nämlich für alle 
aus dem Griechiſchen ſtammenden Pflanzennamen = mit Ausſchluß der 
- Synonymen --, welche in Garc>kes Flora von Deutſchland aufgeführt ſind, 
habe ich dies in der wiſſenſchaftlichen Beilage zum Programme der 
Städtiſchen Realſchule zu Braunſchweig („Die Bedeutung des 
Griechiſchen für da8 Verſtändnis der Pflanzennamen. 
Braunſchweig, 1886") zu thun verſucht. Es möge geſtattet ſein, die 
Hauptergebniſſe dieſer Unterſuchung hier kurz anzuführen. *) | 
*) Bei der Abfaſſung dieſer Abhandlung fehlte mir die Arbeit von A. Martin 
(die Pflanzennamen der deutſ<hen Flora, etymologiſch erklärt. Halle bei H. W. 
Schmidt, 1851); erſt ſpäter, nachdem der Dru> beendet, kam mir dieſelbe zur 
Hand. = Die Hauptergebniſſe der in oben angeführter Programmarbeit dargelegten 
Unterſuchungen werden durch ſie in keinem Punkte in Frage geſtellt, vielmehr 
finden dieſelben allerwärt8 neue Beſtätigung; im einzelnen iſt jedoch manches nach- 
zutragen -- beſonders was die Deutung fraglicher Pflanzennamen betrifft, Einige 
neue Deutungen, welche wir bei Martin finden, führen aber zur Verſchiebung der 
Zahlenverhältniſſe innerhalb der 12 Gruppen von Pflanzennamen, welche in jenem 
Programm aufgeſtellt wurden, in folgender Weiſe (die in den Klammern gegebenen 
Zahlen ſind die in der Programmarbeit aufgeſtellten): 
Anzahl vom Hundert 
1. Nicht erklärte Namen . . . . . . 5 (gegen 10) 0,7 (gegen 1,4) 
2. Von Eigennamen ſtammen her . . . 11 ( , 1) 1,5( , 1,5) 
3. Auf das Stammland beziehen ſih. . 12 ( , 14) 17(, 2,0) 
4. Auf Nahrungömitl . . . . U(L, 15) 15( , 9,1) 
5. Auf Verwendbarkeit für andere häus- 
liche Zwecke , .„„-. 8(, ) 11(, 1,1) 
6. Auf arzneiliche Wirkung . »„--.- 2(, 34) 40(, 4,7) 
7. Beziehungen allgemeiner Natur . 7(, 12) 10(, 1,7) 
8. Auf die Jahreszeiten deuten. . . - 4( , ) 06(, 0,6) 
9. Auf „„ovenbeſchaffenheit oder Standort 21( , 22) 29(, 3,1) 
10. Vergleihe . . . . 138 ( , 142) 1385( „ 19,8) 
11, Eigenſchaften . 5... - 188 ( , 187) 257 ( , 261) 
12. Unſichere Deutungen . . . . . . 292 ( , 258) 407(, 36,0) 
 
Summa 717 (gegen 717) 499,9 (gegen 100,1) 
Eine nähere Begründung dieſer Abänderung behalte ich mir für ſpäter vor. -- 
In der obigen Ausführung ſind (bereit8 die neuen Zahlenverhältniſſe zu 
Grunde gelegt.
	        

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