Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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'Am Schluſſe de3 Werkes iſt als Anhang ein Kapitel über die Natur 
der Elemente und die Beziehungen der Atomgewichte derſelben zu den 
phyſikaliſchen und <emiſchen Eigenſchaften gegeben, das, wie alle dieje 
periodiſchen Syſteme, an gewiſſen Willkürlichkeiten leidet, andererjeits aber 
inſofern von Wert iſt, als es einen intereſſanten Beitrag zur Löſung dieſer 
Frage liefert. 
Die Faſſung iſt ſonſt durchweg klar, was beſonders hervorgehoben 
werden muß für den allgemeinen Teil, bei welchem das Verſtändms für 
die Schüler durch zwedmäßig gewählte Beiſpiele ſehr erleichtert wird. 
Auch die Analogien in dem Verhalten der einzelnen Körper ſind genügend 
hervorgehoben, ebenſo die gemeinſamen Merkmale einer Reihe von BVer- 
bindungen derſelben Gruppe von Elementen zuſammengefaßt. 
Bei Angabe der Darſtellung und Eigenſchaften der Körper 
iſt, abgeſehen von einigen nicht allzuſehr ins Gewicht fallenden Unge- 
nauigkeiten (3. B. entſteht bei der Zerſezung der Bleikammerkriſtalle durch 
Waſſer nicht nur Salpetrigſäureanhydrid außer -Schwefelſäure und Sal- 
peterſäure, ſondern auch Sticſtoffoxyd (S. 163); Tetraborſäure bildet jich 
nicht erſt beim Erhitzen auf Rotglut , ſondern ichon bei 140? (S 275); 
Staurolith beſteht nicht aus Aluminiumſilikat allein (S. 368); u. |. f.) 
den neueren Forſchungen ſtet3 Rechnung getragen und der <emiſche 
Vorgang in der Regel durch Formeln erläutert, bei welchen indes die 
Elemente der Kürze halber nicht in Molekülen, ſondern nur in Atomen 
auftreten. Bei den techniſch wichtigen Körpern ſind im allgemeinen die 
jezt in der Technik gebräuchlichſten Herſtellungsmethoden und die dazu - 
erforderlichen Apparate aufgeführt, nur ſehr ſelten finden ſich noch ältere, 
nicht mehr häufig angewendete Verfahren beſchrieben. Lekteres iſt 3. B. 
der Fall bei Soda (S. 293 und 295) hinſichtlich der Öfen zur Her- 
ſtellung des Sulfat3 und der Apparate zum Auslaugen der Nohjoda, 
bei Blei bezüglich der Öfen für die Niederſchlag3arbeit (S. 429), u. ]. f. 
Im Zuſammenhang mit einer Änderung in dieſer Beziehung würden dann 
auch die Abbildungen, die im übrigen gut ausgeführt ſind, durch jolche 
neterer Apparate erjezt werden müſſen. 
Zu erwähnen iſt noch, daß zwiſchen den Tabellen, welche den meiſten 
Gruppen der Elemente zum Vergleich der Atomgewichte, Schmelz- und 
Siedepunkte vorgeſeßt ſind, und den im Text darüber angegebenen Zahlen 
zuweilen keine Übereinſtimmung ſich zeigt. Nun läßt zwar die Beſtim- 
mung dieſer Größen noch viel zu wünſchen übrig, und die Angaben der 
einzelnen Beobachter weichen oft außerordentlich ab, indes mußte dies in
	        

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