Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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mes verloren haben und de8halb im Nominativ einen konjonantiſchen 
Stamm zeigen! 83pient-8 (Stamm sapienti). 
Bei der Darſtellung der Genusregeln ſchließt ſich der Verfaſſer den 
andern Grammatiken an; nur ſehe ich nicht ein, warum ihm die Faſſung 
der Genusregel für die Neutra der dritten Deklination ſo ſehr mißfällt, 
daß er hier von den Grammatiken abweicht; bei ihm lautet die Regel: 
Neutra ſind auf a, e, ce, ar, ur, us, 1, 1, t ſtatt des bekannten Reimverſes. 
Bei der dritten Deklination unterſcheidet der Verfaſſer, je nachdem 
der Gen. Plur. die Endung um oder ium hat, zwiſchen einer ſtarken 
und ſchwachen Deklination; zu leßterer rechnet er die Pariſyllabe auf 
es, is, e. Abgeſehen davon, daß jede Begründung für dieſe Einteilung 
fehlt, ſo iſt mir wenigſtens unverſtändlich geblieben, warum in Wörtern 
wie canis (hier ergibt ſich der konſonantiſc<he Stamm durch Vergleichung 
mit dem griechiſchen xvy- bis zur Evidenz) und mensis ein vokaliſcher 
Karakter liegen joll. 
Bei der Behandlung der unregelmäßigen Verben unterſcheidet er 
zwiſchen ſtammwücſigen und zuſammengeſetten; zu erſteren gehören bei 
ihm diejenigen Verben, die das Perfektum durch Anhängen des 1 an den 
Stamm bilden, 3. B. moveo-moyvi. Eine Einteilung in eine regelmäßige 
und unregelmäßige Konjugation, wie wir ſie bis jezt gewohnt ſind, muß 
für den Verfaſſer nach ſeiner Auffaſſung wegfallen. 
8 106, 7 f. behauptet er, daß die Ländernamen von den Adjektiven 
auf icus und ius abgeleitet werden ; z. B. Gallia = Gallia terra. 
Dieſe Deduktion des Verfaſſers führt uns zu den unglaublichſten Wider- 
ſprüchen. Nach ſeiner Anſicht iſt jeder Ländername abgeleitet von einem 
Völkernamen ; indeſſen gibt es viele Ländernamen, bei denen jeder ent- 
ſprechende Völkername fehlt ; z. B. Etruria (der Etrurier = Ktruscus). 
Das Wort Attica, das der Verfaſſer anführt, gehört gar nicht hieher, 
da es gar kein lateiniſches Wort, ſondern aus dem Griechiſchen entlehnt 
iſt. 8 115, 2 f. ſagt der Verfaſſer: „Sind die Subjekte Sachen, jo 
richtet ſich das Verbum gewöhnlich nach dem zunächſtſtehenden Subjekt ; 
ſeltener ſteht der Plural, wenn das Prädikat auf die ſachlichen Subjekte 
gemeinſchaftlich bezogen wird." In letzterer Behauptung ſcheint mir der 
Verfaſſer zu weit zu gehen ; ich meine, daß viel öſter eine Beziehung 
des Prädikats8 auf alle Subjekte ſtattfindet, al8 auf das zunächſtſtehende. 
Ebenſo unbegründet iſt die Behauptung 8 115, 3b „bei Sachen, 
mögen ſie gleiches oder ungleiches Geſchlecht haben, ſteht das prädikative 
Adjektiv im Neutrum Plur.“" Das Neutrum Plur, pflegt man nur dann
	        

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