Full text: Pädagogisches Archiv - 29.1887 (29)

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genommen, ſo daß alles Gegebene als Ergänzung oder Verichtigung zu 
dieſem Werke gelten konnte. Bei dieſer Auswahl befand ſich Hoppe in Über- 
einſtimmung mit anderen hervorragenden Kennern; mit Recht, wie wir 
meinen, hat er keine Veranlaſſung gefunden, in der 2. Auflage von dieſem 
Programm abzuweichen. „Bei allen anerkannten Mängeln des Luca8"- 
jagt Hoppe, der durch ſein Supplement-Lexikon ſelbſt die eingehendſte 
Kritik gegeben hat, „bleibt doch das Buch bis jezt dem Deutſchen noch 
die reichſte, in Deutſchland nicht übertroffene Fundgrube.“ Dies iſt 
- auch heute noch zutreffend. Der Erfolg, den Hoppes8 Arbeit gefunden, 
hat übrigens8 ſeinen Standpunkt vollkommen gerechtfertigt, und jo lange 
nicht ein neue8, großartig angelegtes Werk auf diejem Gebiete, das in 
abſehbarer Zeit nicht zu erwarten iſt, den angegebenen Standpunkt völlig 
verſchiebt, wird Hoppes8 Arbeit für jeden, der ſich wiſſenſchaftlich mit 
dem Neuengliſchen beſchäftigt, für jeden, der zu praktiſchen Zwecken oder 
aus Liebhaberei engliſche Sprache treibt und engliſche Bücher lieſt, micht 
nur ein bequemes und angenehmes, ſondern eigentlich ein notwendiges 
Hilfsmittel bilden. Aber mehr noch, troß der auferlegten Beſchränkung 
bezeichnet das Supplement-Lexikon einen ganz weſentlichen Fortſchritt der 
engliſchen Lexikographie überhaupt, auch den in England neu erſchienenen 
Wörterbüchern gegenüber, troß ihres verſchiedenen Zwecke3, und jede neu 
erſcheinende Arbeit wird hüben und drüben mit Hoppe3 Buch in erſter 
Linie zu rechnen haben. Intereſſant iſt in diejer Beziehung, was der 
Verfaſſer in der Einleitung über die Art der Benutzung ſeiner Arbeit 
durch die neueſten in England erſchienenen Wörterbücher ſagt; er beklagt 
ſich mit Recht, daß man nicht immer ihm gegenüber die gleiche Rüc- 
ſicht geübt hat, die bei ihm auf jeder Seite ſichtbar iſt, Anerkennung 
fremden Verdienſtes durch gewiſſenhafte Namens3nennung. 
Was3 Hoppe an zweiter und dritter Stelle in der erſten Auflage 
verjprach, war überhaupt nicht, weder in deutſchen noch in engliſchen 
Werken, in dieſem Umfange zu finden. Die ſelbſtgewählte Beſchränkung 
geſtattete dem micht nur mit engliſcher Litteratur, ſondern auch mit eng- 
lijchen Leben8verhältmiſſen genau vertrauten Verfaſſer, den ſogenannten 
Realien einen breiten Raum zu gönnen, und Tauſende, Lehrende eben- 
jo gut wie Lernende, haben aus dem reichen Schaße ſeiner überſichtlichen 
und von klarem Urteil geleiteten Darſtellung in dieſer Beziehung eine 
ſonſt nmirgend oder ſchwer zu findende Belehrung geſchöpft, ebenſo wie 
aus den Erklärungen, die er zu der Klaſſe der hiſtoriſchen oder er- 
dichteten Perſönlichkeiten, Lokalitäten 2c. gegeben, über die man eben- 
falls in den gewöhnlichen Hilfsmitteln vergebens nach Auskunft ſucht.
	        

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