Full text: Pädagogisches Archiv - 36.1894 (36)

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und 22. Januar 1893 zu Berlin, der die beſonders wichtigen 
Erörterungen nach ſtenographiſcher Aufnahme wiedergibt. Manches daraus 
iſt ſchon in Verbindung mit Früherem erwähnt worden, ſo die „Grund- 
ſätze für die Jugendſpiele der Knaben“, die Vorträge von 
Platen und Koch. Von größter Bedeutung iſt die Auseinanderſeßung 
„zwiſchen von Schen>endorff und dem Geſchäftsführer der deutſchen 
Turnerſchaft, Dr. F. Göß, die hoffentlich imſtande ſein wird, der 
heftigen Fehde in der Deutſchen Turnzeitung und in der Monatsſchrift 
für das Turnweſen ein Ende zu machen und ein einiges Handinhand- 
gehen der beiden, dieſelben idealen Ziele verfolgenden Körperſchaften 
herbeizuf ühren. 
Im Gegenſaße zu der anfangs noch unausgeglichenen Verjchieden- 
heit der Meinungen über die Stellung von Turnen und Spiel zu ein- 
ander, auf die ich in der Beſprechung de8 erſten Jahrbuches aufmerkſam 
machen konnte, ſtellt von Schen>endorff in ſeiner Rede „Die 
Stellung de8 Zentralaus8ſchuſſe8 zur Deutſchen Turner- 
Ic<aft" klar, daß ſämtliche Mitglieder des Zentralausſchuſſes überein- 
ſtimmend das Turnen für durchaus unentbehrlich halten und daher 
dasjelbe durch die Spielbewegung auch in keiner Weiſe ſchädigen oder 
verdrängen, fondern im Gegenteile fördern wollen. Gleich entgegen- 
kommend ſpricht ſich Dr. F. Göß in ſeiner Erwiderung „Die Stellung 
der Deutſchen Turnerſchaft zum Zentralaus8ſchuß" aus, indem 
er ebenfalls das ſich aus der Gemeinſamkeit der Intereſſen ergebende 
Gebot der Einigkeit hervorhebt. 
Ganz beſondere Beachtung verdienen die wörtlich mitgeteilten Ver- 
handlungen über die Frage: „Inwiefern nüßen die Jugend» und 
Volks38ſpiele der Armee?" Auch wer der Spielbewegung bisher 
noc< kühl gegenüberſtand, muß durch die Ausführungen der berichtenden 
Ärzte Sanitätsrat Dr. Graf und Dr. F. A. Schmidt und die ſich 
daran anknüpfende, im hohen Grade anregende Debatte zu der Über- 
zeugung kommen, daß es ſich bei ihr um eine wahrhaft vaterländiſche 
Beſtrebung handelt, der gegenüber kein echter Vaterlandsfreund ſich 
dauernd ablehnend verhalten kann. Und wer einmal dieſe Überzeugung 
gewonnen hat, wird auch je nach ſeiner äußeren Lage Gelegenheit und 
Mittel finden, die als gut erkannte Sache thätig fördern zu helfen. 
Anleitung dazu gewährt der weiterhin abgedruckte Vortrag von Direktor 
Raydt über „Die Bildung von Vereinen. für Leibes8übungen
	        

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