Full text: Pädagogisches Archiv - 36.1894 (36)

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Der Übergang aus der Wöhlerſchule in eine lateinloſe Realſchule 
und umgefehrt fann bei dem Frankfurter Plan bis IV einſchl., der Über- 
gang aus der Wöhlerſchule in das Gymnaſium und umgekehrt bei dem 
Miniſterialplan bis IV einſchl., bei dem Frankfurter Plan bis 111 1 
einſchl. ohne Schwierigkeit geſchehen. 
Schon die Berliner Dezemberkonferenz des Jahres 1890 hatte es 
als unerläßlich bezeichnet, daß auf dem Gebiete des höheren Schulweſens 
künftighin nicht mehr ſo umfangreiche Organiſationen in dex Hand und 
unter der Verantwortlichkeit eines Leiter8 ſich befinden ſollten; viel- 
mehr ſei e8 al8 das Richtige anzuſehen, wenn der Direktor 
nur ein einfaches, nicht aber ein doppeltes Schulſyſtem 
zu leiten habe. 
Wa3 die Wöhlerſchule angeht, ſo hat ſie nicht nur von der unterſten 
Vorſchulklaſſe bis zur Oberprima Duppelklaſen, jondern war auch biöber 
nach dem Syſtem der Wechſelcöten eingerichtet, wodurch in jedem Halb- 
jahre die Geſchäſte eines ganzen Schuljahres abgewickelt werden müſſen; 
in den 3 oberen Klaſſen geht ſie in eine Realgymnaſial- und eine 
Handelöſeite auseinander, und hat außerdem eine Ausländerklaſſe. Wenn 
auch durch die von den ſtädtiſchen Behörden beſchloſſene Umwandlung 
der Wechſel- in Parallelcöten die Schule zu ruhigeren und einfacheren 
Verhältniſſen gelangen wird, ſo iſt doch noc< während des Umwandlungs- 
verfahrens, welches früheſtens Herbſt 1897 zu einem Abſchluß gelangen 
kann, die Arbeit des Dirigenten eine erhöhte. 
Als nun zu Oſtern 1892 durch die Einführung des Frankfurter 
Reformplanes in die eine Hälfte der Schule die an fich ſc<hon hinreichend 
verwickelten Verhältniſſe der Anſtalt noc< komplizierter ſich geſtalten 
mußten, forderte der Herr Miniſter der Unterricht8angelegen- 
heiten, daß dem Direktor der Wöhlerſchule, ähnlich wie es 
in dem ſtädtiſchen Gymnaſium vorgeſehen ſei, ein Direktions8- 
gehilfe zur Seite geſtellt würde. 
Äußere Hinderniſſe machten die ſofortige Ausführung dieſer von den 
ſtädtiſchen Behörden in dankenswerter Weiſe bewilligten Einrichtung 
unmöglich, ſo daß dem Berichterſtatter für das Schuljahr 1892/93 die 
Leitung des Ganzen noch übertragen bleiben mußte. 
Von Oſtern 1893 ab wird jedoc< eine Teilung der über- 
großen Anſtalt in allen Fragen, die den Unterricht und die 
Disziplin angehen, vorgenommen. Die eine Hälfte bleibt unter 
der vorläufigen Bezeichnung „Wöhlerſchule 1" dem ſeitherigen Direktor
	        

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