Full text: Pädagogisches Archiv - 36.1894 (36)

 
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Vortragenden verfaßten Überſetzung vorgeleſen werden, mit dem größten 
Intereſſe Nicht-Philologen teil! Vergleiche Verhandlungen der 4. Ver- 
jammlung der Direktoren der Provinz Preußen 1865 S. 144 fgdd. 
„Über die Gründe, aus denen die Studierenden nach der Maturitäts- 
prüfung fich von den Gymmaſialwiſſenſchaſten abzuwenden pflegen." 
„Eins erſpare man der Jugend in jedem möglichen Falle: Zeit; ein3 
erſpare man derſelben in keinem Falle: Arbeit" (S. 155), damit nicht 
„auf das Zeitalter der vermeintlichen Überbürdung*) ein unüber- 
bürdetes" (S. 146, Note 2) folge. 
Für das erſte gibt Rothfuchs treffliche Winke und kann dies meines 
Erachtens auch geſchehen, wenn man die vielen untergeordneten Cöten 
aufhebt, die die Jugend aufhalten, wie ich in den Neuen Jahrbüchern 
darzulegen verjucht habe 1893, Heft 3 S. 150; das andere, wenn man 
e3 ihnen weniger bequem macht als es heutzutage geſchieht, unter anderen 
durch Überſezungen, wie eine jolc<he des Horaz beſonders für Primaner 
der ſonſt hochverdiente und auch von Rothfuch8 anerkannte H. Menge 
beſorgt und einem Provinzialichulrat gewidmet hat?) und andere ihrem 
Unterrichte zu Grunde zu legen wünſchen. Welche beherzigenöswerte 
Worte ſpricht Rothfuchs dagegen aus a. a. O. S. 147 Note 1, 152 
und gegen die durch Schüler leider 19 oft verſuchte Täuſchung durch Be- 
nußung ſolcher Brücken, jenen alten Adam unſerer Schulen! (Vgl. Neue 
Jahrbücher l. c. S. 151). 
Der Ausdru> s8yntaxis ornata, die nach des Verfaſſers eigenen 
Worten (S. 38) von der 8yntaxis regularis jchwer zu unterſcheiden iſt, 
iſt von ihm wieder zu Ehren gebracht, wenngleich er zugeben muß, daß 
das, was Vater Zumpt einſt in jener lehrte, großenteils gewußt werden 
 
1) „Romanlektüre, rauſchende Vergnügungen uU. a. ſchwächen und zerrütten die 
Nerven unſerer Jugend jedenfalls mehr als die viel berufene Überbürdung in 
unſeren Schulen, die ſo oft als Sündenbo> herhalten muß für die Fehler und 
lichen Hauſe begangen 
Sünden, die bei der Erziehung der heutigen Jugend im elter 
werden.“ So äußert ſich ein Arzt, Sonnenberger in Worms, in ſeinem Aufſaß;: 
„Die Einwirkung von Wein und Bier auf unſere Kinder“. Vgl. Neue Phil. 
Rundſchau 1893 Nr. 18 p. 286: „Iſt doch vor einigen Jahren in dem Ab- 
geordnetenhauſe eines deutſchen Staates von einem Juriſten das ſcherzhafte Wort 
geſprochen, daß die Gymnaſiaſten nicht an Überbürdung, ſondern an Unterbürdung 
litten!“ So Uhlig in ſeiner auf der Philologenverſammlung in Wien ge- 
haltenen Nede. 
2) J< habe dieſe in der Neuen Philologiſchen Nundſc<au beſprochen 1892 
Nr. 24 p. 372.
	        

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