Full text: Pädagogisches Archiv - 36.1894 (36)

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CGehrbud) der Geometrie für höhere Lehranſtalten von Prof. Dr. Rumpen 
und Prof. Dr. Blind in Köln. 1. Teil Planimetrie, zweite Auflage. 2 Mk., 
110 Seiten: 2. und 3. Teil Trigonometrie und Stereometrie. 2 Mk., 100 
vend 6 
Seiten. Köln und Leipzig, 1893, bei Alb. Ahn. 
1. Planimetrie. Dies Buch iſt nur für den Schulgebrauch 
beſtimmt, nicht auch für den Selbſtunterricht. Solche Bücher ſollten für 
die Beweiſe nur einzelne Anhalt8punkte zum Wiederauffinden des Ge- 
danfenganges bei der häuslichen Wiederholung enthalten, wie das in 
muſtergiltiger Weiſe 3. B. in den Büchern von Kambly der Fall iſt. 
Von dieſem Geſicht3punkte aus erjcheinen die vorliegenden Beweiſe ganz 
zweckmäßig. 
Dies Buch hat darin einen großen Vorzug vor vielen 
anderen planimetriſchen Lehrbüchern, daß es mitzahlreichen 
unnüßen Lehrſäßen aufräumt, d. h. mit ſolchen, die für die 
Anwendung in den zur vollſtändigen höheren allgemeinen 
Bildung gehörenden Teilen der Naturwiſſenſchaften weder 
unmittelbar no< mittelbar (nämlich zum Beweiſe des 
unmittelbar Erforderlichen) notwendig ſind. Nur die Säße 
vom Sehnen- und Tangentenviere> hätten auch noch fehlen können. 
„Das Buch war urſprünglich nur für die Gklaſſige höhere Bürger- 
jchule beſtimmt, jezt iſt ihm durch die Änderungen der Lehrpläne die 
Möglichkeit eröffnet, an allen Arten von höheren Schulen Aufnahme zu 
finden, da es genau den Lehrſtoff bietet, der in den 6 unteren Klaſſen 
zum Abſchluß gebracht werden muß". (Vorwort). Leßteres iſt richtig; 
aber das neue planimetriſche Penſum für Gymnaſial- und Realober- 
jekunda ſteht nicht in dem Buche; ein Lehrer der Oberſekunda, welcher 
auf diejes Penjum Gewicht legt, wird ſich ſchwerlich entſchließen ein 
Buch zur Einführung zu empfehlen, in welchem das Oberſekundapenjum 
nicht zugleich auch mit enthalten iſt. Da wir aber diejen ganzen Abjchmitt 
nicht mit zur allgemeinen Bildung rechnen und deswegen beim Unterricht 
weglaſſen, aljo in Oberjekunda überhaupt feine Planimetrie durchnehmen, 
würde dieſe Stoffbegrenzung für un3 kein Hindernis der Einführung ſein. 
Das Buch iſt reich an Aufgaben. Aufgaben ſind ein höchſt wert- 
volles Mittel die Schüler zu einer freieren geiſtigen Beherrjchung des 
Benjums zu bringen Es iſt aber. nicht empfehlen8wert hierbei über das 
Penſum herauszugehen. Das geſchieht im vorliegenden Buche vielfach 
z. B. bei den Verwandelung3aufgaben (S. 72-75) und den Beſtimmungen 
des Inhaltes und des Radius des unbeſchriebenen Kreiſes eines Dreie>s
	        

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