Full text: Pädagogisches Archiv - 36.1894 (36)

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meiſt reformierten Nordniederländer erklären ſich von der ſpaniſchen 
Krone unabhängig 1581. (Holland). Waffenſtillſtand: 1609, Unab- 
hängigteit anerkannt: 1648, 
2. Der 30jährige Krieg: 1618--1648. 3 Vorboten: Der refor- 
mierte Erzbiſchof Kölns wird vertrieben: 1583; Aachen überrumpelt, die 
Evangeliſchen vertrieben: 1598; die Reichsſtadt Donauwörth geächtet, 
refatholijiert und zur bayeriſchen Landſtadt gemacht: 1607. Union: 
1608. Liga, Jülich-Cleveſcher Erbfolgeſtreit und Mazeſtät8brief: 1609. 
Böhmiſcher Thronkrieg: 1618--1620. Deutſcher Bürger» und Religions- 
trieg: 1621--1635. HSHabsburgiſch-franzöſfiſch-ſchwediſcher Krieg 1635 
- bis 1648. Weſtphäliſcher Friede: 1648. Beſtimmungen: Holland bleibt 
im Beſiß des unteren Rheins. Schweden kommt in Beſitz der unteren 
Weſer, Elbe und Oder. Polen bleibt im Beſitz der Weichſel. Südweſt- 
deutſchland von Frankreich bedroht. Die deutſchen Reichsfürſten ſouverän. 
-- Da3 Reich nur noch ein Staatenbund, der Kaiſer machtlos. =- Die 
Bekenner (nicht nur die Stände) dex 3 <riſtlichen Konfeſſionen: Katho- 
liken, Lutheraner und Reformierte, werden durchaus gleichgeſtellt, jede 
Vergewaltigung in Religions8ſachen durch Mehrheitsbeſchlüſſe in Zukunft 
ausgeſchloſjen. =- Da der Papſt im Friedensinſtrument nicht genannt 
und zugleich beſtimmt iſt, daß jeder Einſpruch auswärtiger, auch geiſt- 
licher Mächte hinfällig iſt, und demgemäß ein vom Papſte erhobener 
Einſpruch zurückgewiejen wurde, iſt der Papſt als maßgebender Faktor 
aus dem Reichskirchenrecht ausgeſchieden. 
3. Die engliſche Revolution: 1642--1660 und 1688. Sie endet 
zu Gunſten der Proteſtanten. 
4. Die ſranzöſfijchen Religionskriege: 1562-1595, 1685---1706, 
enden zu gunſten der Alleinherrſchaft der römiſchen Kirche. 
Zu dieſer Lehraufgabe tritt nach den neuen Lehrplänen hinzu: 
„Geſ<hichtlich-geographiſche Überſicht der 1648 beſtandenen 
Staaten." CEbenfalls ſeit langer Zeit pflege ich bei Beginn des 
Geſchichtskurſus der Oberprima eine Überſicht über die wichtigſten 
europätjchen Staaten ſowie eine phyſikaliſche und ethnographiſche Charak- 
teriſtik Europas zu geben. Das Ergebnis meiner damaligen Studien 
und Erfahrungen habe ich in einem Programm miedergelegt, das in den 
Verlag von F. A. Perthes 1873 übergegangen iſt mit dem Titel: „Die 
Weltſtellung Europas" als Einleitung zur neueren Geſchichte. So viel 
mir bekannt, hat das Schriftchen bei den Fachgenoſſen keine Be-
	        

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