Full text: Pädagogisches Archiv - 36.1894 (36)

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An Rußland verlor Polen das ganze öſtliche Litauen und außerdem die 
Koſaken (1667) öſtlich des Dniepr. Nach kurzem, verhältni8mäßig ruhm- 
vollen Königtum des (1674-1696) Großkronfeldherrn Johann Sobieski - 
folgten (1696-1764) die Kurſachſen auf dem Thron, denen (1764) die 
ruſſiſche Kreatur Stani8laus Auguſt PoniatowsHi folgte. 
Schweden3 König war Lehns8herr von Eſthland ſeit 1561, Herr 
von Ingermannland und Karelien ſeit 1617, dann auch von ganz 
Livland und den Inſeln Gothland und Öſel ſowie von zwei norwegi- 
ſchen Provinzen. Schweden beſaß ſeit dem weſtfäliſchen Frieden (1648) 
das rechte Ufer der unteren Oder, Vorpommern, Rügen, Uſedom und 
Wollin; dann die Stadt Wi8mar mit 2 Ämtern und die Stifter Bremen 
und Verden. Schwächung Schwedens (1700--1721) durch den nordi- 
ſchen Krieg unter Karl dem Zwöülſten. 
Da3 o8maniſche Reich hatte Ungarn, Siebenbürgen, Moldau, 
Wallachei, Beſſarabien, Bo8nien, Serbien und alle Länder ſüdlich der 
Donau im Beſiz. 
Jn Deutſchland hatte als mitteleuropäiſche Großmacht Öſterreich 
die Vorherrſchaft, ſoweit ſie nicht im Norden thatſächlich von Schweden 
ausgeübt und im Südweſten von Frankreich immer erfolgreicher erſtrebt 
und geltend gemacht wurde. Dem Einfluß dieſer fremden Großmächte 
ſuchte der große Kurfürſt entgegenzutreten: Schweden gegenüber mit 
Erfolg in der Schlacht bei Fehrbellin. Die einzige rein deutſche Groß- 
macht (1675), durch den großen Kurfürſten begründet: Brandenburg mit 
etwa 2100 Quadratmeilen. 
Holland im Beſit der Rheinmündungen, ſeit der Naviga- 
tion3afte (1651) und beſonders ſeitdem Wilhem 111. auch König von 
England (ſeit 1689) war, unter den Einfluß Englands, der ſeit der 
Thronbeſteigung durch das Haus Hannover (1714) auch im Nordweſten 
Deutſchlands ſtärker hervortrat. 
Die Schweiz iſt thatſächlich ſeit der Schlacht bei Dornegg vom 
Reiche getrennt, (1499) -- rechtlich wird ihre Unabhängigkeit im weſt- 
fäliſchen Frieden (1648) anerkannt = dient vielfach franzöſiſchen 
Intereſſen. 
Dänemark mit Norwegen hat nach dem Lübecker Frieden 
(1629) beinahe ein Jahrhundert lang ein politiſches Stillleben geführt, 
deſſen Unterbrechung durch das Bündnis gegen Karl XI]. jofort zum 
Frieden von Travendal (1700) und damit wieder zum Stillleben führte
	        

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