Full text: Pädagogisches Archiv - 36.1894 (36)

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gut aufgeſchloſſen ſind, ſo daß den Schülern Gelegenheit geboten iſt, die 
Schichten ſelbſt zu beobachten und die Leitfoſſilien zu ſammeln. E38 iſt 
in dieſem Falle eine leichte und zugleich überaus dankbare Aufgabe für 
den Lehrer, die Schüler zur Beobachtung der Erdſchichten anzuhalten, 
ihren Sammeleifer zu wecken und dabei auch eine gute Schuljammlung 
anzulegen, wie ſie als Anſchauung3mittel für den geologiſchen Unterricht 
unentbehrlich iſt. Natürlich wird man in den meiſten Städten der nord- 
deutſchen Tiefebene, in deren Umgebung nicht38 al8 das einförmige 
Diluvium aufgeſchloſſen iſt, auf dieſen Teil des Unterricht3 verzichten 
müſſen, denn ſelbſt die beſte Sammlung iſt für ſich allein nicht im 
Stande, die Beobachtung der freien Natur entbehrlich zu machen. 
Die Abbildungen im mineralogiſchen Teil des Wilke'ſchen Leitfadens 
ſind gut gezeichnet und ſauber aus8geführt. Im <emiſchen Teil dagegen 
ſind die etwas veralteten Figuren aus Schlichting-Wilke: <emiſche Ver- 
ſuche einfachſter Art (Kiel 1891) wieder benußt, auf deren mangelhafte 
techniſche Ausführung in dieſer Zeitſchrift ſchon früher hingewieſen iſt. 
Dr. Max Ebeling, Oberlehrer an der 4. Realſchule zu Berlin, Leitfaden 
der Chemie für Realſchulen. Mit 225 Abbildungen. Berlin 1892. 
Weidmann'ſ<e Buchhandlung. 
Der Leitfaden Ebeling3 iſt für Realſchulen beſtimmt ; der Verfaſſer 
hat ſich dementſprechend bemüht, nur das8jenige in ſeinem Lehrgang zu- 
ſammenzuſtellen, was in einem Jahre bei wöchentlich zweiſtäündigem 
Unterricht durchgearbeitet werden kann. 
Die Einteilung des Stoffes iſt die wiſſenſchaftlich-ſyſtematiſche, wie 
ſie in den älteren Lehrbüchern der Chemie ziemlich allgemein üblich war; 
e8 werden alſo zunächſt die einzelnen Metalloide und darauf die Metalle 
jedes für ſich behandelt nach dem Schema: Vorkommen, Gewinnung, 
Eigenſchaften, Verbindungen. Die unwichtigſten Grundſtoffe und ihre 
Verbindungen ſind gänzlich fortgelaſſen, da der Leitfaden ja lediglich für 
den Anfangsunterricht in der Chemie beſtimmt iſt. Der Verfaſſer hätte 
ſogar in dem Beſtreben nach Kürzung und Einſchränkung des Unterrichts- 
ſtoffes noc< bedeutend weiter gehen können. So erſcheint e8 3. B. recht 
fraglich, ob der Unterſekundaner überhaupt die Grundſtoffe Brom, Jod 
und Fluor mit allen Einzelheiten ihrer Darſtellung, den Jahreszahlen 
ihrer Entde>ung u. ſ. w., kennen zu lernen braucht. Bei den gasförmigen 
Grundſtoffen iſt die kritiſche Temperatur nebſt dem kritiſchen Dru> mit- 
angeführt ; ſicher ſind das für den Primaner ganz wiſſenswerte Dinge,
	        

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