Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
Die Stellung der englischen Univerzitäten zur Volksbildung. 109 
14. Jahre an Unterricht in denjenigen Bildungszweigen zu verschaffen, die 
an den englischen Univerzitäten gelehrt wurden, aber frei von den religiögen 
Begehränkungen, die damals dort noch bherrschten. 
1850 wurde der Ausdruck „University Extension“ von William Sewell, 
dem Tutor des Exeter College in Oxford, aufgegriffen und in einer kleinen 
Denkschrift !) folgendermaßen beschrieben: „Obwohl es unmöglich gein mag, 
die Maggen, die eine Erhöhung ihrer Bildung zu erhalten wüngchen, zu der 
VUniverzität zu bringen -- könnte es nicht möglich gsein, die Univerzgität zu 
ihnen zu bringen? Ja, und zwar könnten zuerst als Experiment Lehrstühle 
und Dozentenstellen etwa in Manchester und Birmingham, den großen Mittel- 
punkten von Fabrikbezirken und mitten in der dichtesten Bevölkerung ge- 
legen, begründet werden ..... Nach und nach könnte das System über 
das ganze Land ausgebreitet, und ähnliche Einrichtungen könnten in den 
wichtigsten Städten an pasgenden Stellen geschaffen werden, wie z. B. in 
Norwich, in Exeter, in Leeds, in Canterbury, in Newcastle usw. Cambridge 
würde natürlich geinen eigenen Anteil an dem Werk aufnehmen. Durch die 
Schaffung eines Solchen umfasgenden Systems würden die Universitäten das 
werden, was sie gein Sollten: die großen Mittelpunkte und Quellen der Bil- 
dung über das ganze Land hin -- und gie würden die Zuneigung und Liebe 
der ganzen Nation erhalten, ohne irgendein Prinzip, zu dessen Beobachtung 
gie gehalten sind, zu opfern oder preiszugeben.“ ?) 
Vielleicht war der Plan Sewells dadurch hervorgerufen worden, daß in 
Manchester das Owen's College begründet worden war, daß in anderen 
Städten ähnliche Pläne bestanden und zum Teil zur Ausführung gelangten, 
und daß die Verbände von Handwerker-Instituten im Jahre 1837 Wander- 
redner beauftragten, von einem zum anderen zu ziehen. So gehr jedoch das 
große Publikum Einrichtungen wünschen mochte, wie Sewell sie vorschlug, 
80 wurde gein Plan zunächst doch nicht ausgeführt. Für die Univergität 
Oxford, die noch allzusehr in mittelalterlichen Vorurteilen befangen war, 
kam der Vorschlag zu früh. Ähnlich erging es dem Plane, den Lord Arthur 
Hervey, späterer Bischof von Bath und Wells, der Universität Cambridge 
1855 in einer kleinen Druckschrift 8) vorlegte. 
Im Spätherbst 1867 wandte sich der „Verein für höhere Frauenbildung 
in Nordengland“ (North of England Council for Promotion of the higher 
Education of Women), der im gelben Jahre begründet worden war, an einen 
jungen Privatdozenten (Fellow) des Trinity College der Univergsität Cambridge, 
James Stuart, mit der Bitte, einige Vorträge über die Kunst des Lehrens 
!) „Suggestions for the Extension of Univerzities.“ 
?) Zitiert nach M. E. Sadler, M. A.: Continuation Schools in England and Elsewhere. 
Their Place in the Educational System of an Industrial and Commercial State. Zweite Auf- 
lage (Manchester, Sherratt & Hughes, 1908.), 8. 76. 
8) „A Suggestion for aupplying the Literary, Scientific and Mechanics' Institutions of Great - 
Britain and Ireland with lecturers from the Univerzities.“ (Oxford, 1850.)
	        

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