Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
296 Dritte Tagung der „Gesellschaft für Hochschulpädagogik“ zu Leipzig 1912. 
der Erreichung einer Hochschule strebten. Wieder eine neue Periode kam geit 
dem technischen Promotionsrecht. -- Über die Entwickelung des Hochschul- 
wegens liegt eine zahlreiche Literatur vor. Allein gie wirkt verwirrend und 
wird wenig gewürdigt und benützt. Verkehrte Maßnahmen, namentlich von 
Verwaltungsbeamten, entstehen aus einer Unkenntnis von gonst bekannten 
Dingen. Wir haben erst die Anfänge der WiBgenschaft vom Hochschulleben. 
Auch die Bibliographie von Erman und Horn igt nicht vollständig; vieles 
muß aus anderen Quellen mühgam zueammengegucht werden, zumal über 
olehe Hochschulen, die bereits eingegangen „ind. Zu einer Sammlung 
der 50 wichtigen Zeitungsartikel ist es noch gar nicht gekommen, -- Die 
mehrmaligen Vorschläge des Vortragenden zscheinen jetzt von Wien aus 
durch das „Bibliographische Jahrbuch für doeutsches Hochachulwenen“ zum 
Teil erfüllt zu werden. An der Literatur des Hochzschulwegens vind heouto 
mchr Kräfte als früher beteiligt; es fehlt aber doch an rein wiszenschaft- 
lichen Bearbeitern und an einschlägigen Dizgertationen. Für größere Beitrige 
fehlen Zeitschriften; die ztudentiszchen Blätter zind großenteils einnzuitig. 
Können zolche Arbeiten nicht untergebracht werden, 50 schwindet dor Eifer, 
zumal bei der Schwierigkeit, das Material von verschiedenen Bibliothoken 
zusarnnenzuzuchen, Der Vortragende half zich 30 gut wie möglich durch 
die Anlegung einer Privatbibliothek, Jetzt aber beginnen die größeren 
Bibliotheken ihre Pflicht zu erkennen, und es entztaht ein Wettrennen nach 
einschlügigen Antiquarla, -- Der Aufgabe, die Geschichto des Hochaohul- 
wegens zu erforzchen, kann nur ein Institut für das gezamte Hochzschulwenen 
wirklich gerecht, werden, 
Der Vorzitzende verwies auf das von der „Qeuellschuft für Hochschul- 
Pädagogik“ beabſichtigte Inztitut und bedauerte die Einschränkung der Opfer- 
freudigkeit weiterer Kreise auf „Machtpolitik“, 
Der Nachmittag des letzten Kongreßitages gehörte dem „Allgemolnen 
Akadominehen Turnabend an der Univerzität Leipzig" mit zelner 
Demoeetratlon akademizeher Lelbesfübungen, die durch elnen Vorträg des 
dortigen Univerzitätaturnlehrers 11, Kuhr: „Die Anzgestaltung der nkua- 
demizsnechen Körperkultur“ eingeleitet. wurdo, 
Die akademinehen "Pürnübungen zollen einen Erzatz geben für das, was 
die Korporationen bieten, Man betrofbt zie in Leipzig zelt 14 Sementern und 
gicht das Inferenne fortachreiten, nuch durch das „Akndemlzehe Olympla“, 
Man beobuchtet Neutralität und volle Freiheit (ohne elnheltliche "Purnklels 
dung), duldet nber keine Zuehtlozigkelt, Grundslttzlich verpönt wird der uner 
qtickliche Kampf zwigehen Turnen und Sport. Der Redner befürwortet, 
daß jeglicher Student wenigstens eine Leibesfibung treibe Er empflehlt elne 
Beeihnung, ob nicht an jeder Unfvereität wenigstens eln Nachmittag, beaons= 
ders der des Sonnabends, kollegfrei zu halten und für die Leibesübungen en 
Fogervieren Sei. Auch die Anusbildung der Purnlehrer eollte gans anders 
werden; ie eollte nicht in einem gehetzten Kurs außerhalb des akademilnehen
	        

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