Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
Die höheren Lehranstalten in den schulstatistiscchen Erhebungen von 1911. 309 
zuteil werden lasgen. Würden ähnliche Erhebungen aus früheren Jahren vor- 
liegen, dann würde zich, wie gich aus Einzelerscheinungen schließen läßt, er- 
kennen lassen, daß diese Zurückhaltung der Staaten in bezug auf Gründung 
realer Lehranstalten ihren Grund hat in der Abwälzung der staatlichen Ver- 
pflichtungen auf die Städte. Die Bundesstaaten haben sich in den beiden 
letzten Jahrzehnten bei weitem nicht in dem Maße am Ausbau unsgeres 
höheren Schulwesens beteiligt wie früher. Da nun gerade in diese Zeit der 
verstärkte Ausbau unzeres realen Bildungswegens fällt, 80 ist es nicht zu ver- 
wundern, daß die Städte, denen die staatlichen Verpflichtungen aufgebürdet 
wurden, zurzeit die überwiegende Mehrzahl realer Bildungsanstalten unter- 
halten. Diese Entwicklung ist in hohem Grade bedauerlich, da sie gehließ- 
lich einmal dabin führen kann, daß zich die Staaten auch ihrer Rechte auf 
die höheren Lehranstalten begeben müsgen, was besonders für die Stellung 
der Lehrkräfte unerwünschte Folgen haben könnte. Es erscheint deshalb 
ergtrebenswert, daß Sich die Bundesstaaten in stärkerem Maße als bisher am 
Ausbau ungeres höheren Bildungswegens, ingbesondere aber an der Gründung 
realer Bildungsanstalten beteiligen. 
Noch in anderer Hinsicht erwächst den Staaten eine Verpflichtung. Von 
den 334 staatlichen gymnasialen Bildungsanstalten gipd 327 Vollanstalten, 
von den 61 realgymnagialen 51, dagegen von den 57 realen Bildungganstalten 
nur 14. Von den gstädtischen realen Bildungsanstalten ind fast ein Drittel 
Vollanstalten (114 von 330), von den staatlichen dagegen noch nicht ein 
Viertel (14 von 57). Am weitesten fortgeschritten im Ausbau geines realen 
Bildungswegens ist Prepßen. Über ein Drittel seiner realen Bildungsanstalten 
(99 von 228) ist bereits zu Oberrealschulen ausgebaut. Es muß gefordert 
werden, daß auch die staatlichen realen Bildungsanstalten mehr als bisher 
zu Oberrealschulen ausgebaut werden. | 
Die Verteilung der Schüler auf die einzelnen Anstaltsarten in den wich- 
tigsten Bundesstaaten und im Reich ist aus der beifolgenden Übersicht zu 
 
 
ergehen. Es wurden im Jahre 1911 unterrichtet in 
. Real- Oberreal- Pro- Realpro- Real- 
(Staat) Gymnazien gymnagien | Schulen | gymnasien gymnaszien| Schulen 
Preußen 103849 | 48664 | 40664 | 4792 3903 | 35163 
Bayern . . -. - 17 652 2228 | 5610 | 2890 -- 13 549 
Sachgen . . =. - 6 069 6513 2115 252 590 9 864 
Württemberg 3 998 2 260 6 751 938 1034 5504 
Baden 4 984 3184 | 5244 -- 711 4.086 
Hessgen . . - - 2 675 1611 | 4369 246 -- 2270 
Elsaß-Lothringen 7 165 -- 3519 132 -- 1550 
Hamburg . . . 1780 1109 3 235 -- -- 7 316 
Reich 160 237 | 70357 | 75832 | 9509 7 252 | 98968 
 
 
 
 
 

	        

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