Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
316 Rundschau. 
tingen), Aug. Dorner (Königsberg), Rud. Eucken (Jena), Joh. Geffcken (Rostock), 
Herm. Jacobi (Bonn), Lic. Alfr. Jeremias (Leipzig), Wilb. Kroll (Münster), Edw. 
Lehmann (Berlin), Mark Lidsbarski (Greifswald), Karl Mirbt (Marburg), Eug. 
Mogk (Leipzig), Theodor Nöldeke (Straßburg), Otto Schrader (Breslau), Ludw. 
Radermacher (Wien), Ernst Tröltsch (Heidelberg) und viele andere. Einige Ar- 
tikel Sind geradezu literarische Meisterwerke, wie z. B. Biology in vol. 11, Child- 
hood, Children in vol. III, Education, Ethics, Ethics and morality in vol. V. 
Der Preis des Werkes ist 7 Dollars pro Band. 
Ausschließlich den Zwecken der Pädagogik dient die von Paul Monroe, Pro- 
fessor der Geschichts der Pädagogik des Teachers Collegs der Columbia University, 
New York, herausgegebene Cyclopedia of Education (New York, The Macmillan 
Company), von der bis Ende 1912 drei Bände fertigvorlagen (vol. L A -- Chr.; vol. II. 
Chu -- Fus; vol. III. Gai -- Lib). Diese Enzyklopädie bebandelt die Philo- 
Sophie und Gegchichte der Pädagogik, Biographien hervorragender Pädagogen, Er- 
ziehungsanstalten und Unterrichtswegen aller Länder, Schulsysteme, Psychologie der 
Pädagogik, Schulhygiene, Schularchitektur usw. Im wesentlichen kürzer gefaßt, als 
in der vorbergenannten großen E. of R. a. E., stellt jeder Einzelartikel, von einem 
Spezialisten bearbeitet, ein einheitliches Ganzes dar, aber mit steter Bezugnahme auf 
andere Artikel, die zu ihm in direkter oder indirekter Beziehung Stehen. Der Artikel 
„Education in Germany“ (vol. IIL 8. 63ff.) iet von Paul Ziertmann (Steglitz) 
bearbeitet und gibt ein vorzügliches Bild des gesamten deutschen Erziehungswesens 
in durchaus Sachlicher Darstellung. An dem gleichen Artikel Sind F. M. Schiele 
(Tübingen), Sowie der verstorbene Geh.-Rat Wilbelm Münch (Berlin) beteiligt. Das 
Work wird in 5 Bänden, Preis 5 Dollars pro Band, vollendet vorliegen und ohne 
Zweifel einen äußerst wohltätigen Einfluß auf das gesamte amerikanische Schulsystem 
ausüben. Auch in Europa dürfte das genannte Sammelwerk eine willkommene Auf- 
nahme finden. 
Denver, Colo. Karl L. Henning. 
* 
„Schülergelbstmorde“ betitelt Sich ein Vortrag, den der Freiburger Psychiater 
Professor Dr. A. Hoche in der Märznummer der „Deutschen Revue“ veröffentlicht. 
Wir empfehlen dessen Lektüre eindringlich allen denen, die sich berufen fühlen, über 
dieses traurige Kapitel mitzureden, insbesondere denen, die vorschnell von der Schuld 
der Schule sprechen. Hier veröffentlichen wir mit gütiger Erlaubnis des Autors die 
Schlußworte, in denen er Seine Ergebnisse zusammenfaßt: „Die Vorwürfe gegen die 
höheren Schulen, als ob gie die Schuld an den Schülerselbstmorden trügen, Sind 
nicht aufrechtzuerhalten. Soweit die Schulverhältnisse tatsächlich in Rechnung ge- 
Setzt werden müssen, handelt es eich im Wwesgentlichen um unvermeidliche Dinge. 
Von den äußeren Faktoren bat jedenfalls das moralische Klima des Elternbauses 
mit der Selbstmordhäufigkeit den weit engeren Zusammenhang. Der Anteil, den wir 
in ursächlicher Beziehung der Schule und dem Elternhaus zuweisen müssen, ver- 
Schwindet aber quantitativ gegenüber der Rolle, welche die geistige Persönlich- 
keit des Schülers selbst spielt. Die ganz überwiegende Menge der jugendlichen 
Selbstmörder ind Solche, die entweder für die Schule oder, wohl besser gegagt, für 
das Leben überhaupt nicht die nötige Mitgift an seelischer Widerstandskraft 
mitbekommen haben.“
	        

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