Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
 
 
Literaturberichte. . 469 
Die Rheinlande in naturwissenschaftlich-geographischen Einzeldarstellun- 
gen. Herausgegeben von Dr. C. Mordziol, Oberlehrer am Kaiser Wilhelm Realgym- 
nasium in Koblenz. Braunschweig 1912, 1913, George Westermann. 
Nr. 1. Mordziol, Oberl. Dr. C., Die Austiefung des Rheindurehbruchtals während 
der Eiszeit. Mit 6 Abb., 4 Übergichtekarten und 1 Profiltafel. 43 S. kart. 0,75 Mk. 
Nr. 2. Jacobs, Hauptlehrer Joh., Wanderungen und Streifzüge durch die Laacher 
Vulkanwelt. Mit 15 Abb., 7 Skizzen, 3 Tabellen und 1 Karte. 61 S. kart. 1,50 Mk. 
Nr. 3. Häberle, Kais. Rechnungsrat Dr. Daniel, Der Pfälzerwald. Mit 50 Abb. im Text 
und einer Karte. 91 S. kart. 1,65 M. 
Nr. 4. Grooß, Lehrer A., Einführung in die Geologie des Mainzer Beckens. 
Mit 18 Abbildungen im Text, 1 Tafel, 2 Kartenskizzen und einem Bildnis des Verfagsgers. 
65 S. kart. 1,35 Mk. 
Es igt ein erfreuliches Zeichen für die wachsende Anteilnahme unsgerer Zeit an den Fragen 
der naturwisgenschaftlichen Heimatkunde, daß immer mehr Schriften veröffentlicht werden, 
die als Führer auf diesem Gebiete dienen wollen. Als ein begonders aussichtsreiches Unter- 
nehmen dieger Art darf die Sammlung begrüßt werden, die Dr. C. Mordziol, der Leiter der 
geologischen Abteilung des Rheinmuseums in Koblenz, im Verein mit andern Kennern des 
Rheingebietes herauszugeben beginnt. 
Die vier Hefte, die uns bis jetzt vorliegen, Sind ganz oder doch vorwiegend der geologischen 
Seite der Heimatkunde gewidmet. Der Herausgeber behandelt im ersten Heft die Aus- 
tiefung des Mittelrheins während der Diluyvialzeit. Vielleicht wäre es zweckmäßig gewegen, 
in diesem einleitenden Heft eine ganz kurze Orientierung über die geologischen Zeitalter vor- 
auszuschicken. Es hätte dann gezeigt werden können, wie verschieden der Stromlauf des 
Rheins oder der Donau etwa von dem der Oder ist, da jene Ströme ganz verschiedenartige 
Landschaften durchziehen und miteinander in Verbindung Setzen, und man wäre 80 allmäh- 
lich zu der Aufgabe hingeführt worden, die Paradoxie zu erklären, daß ein Strom aus einer 
Tiefebene Sich durch einen breiten Gebirgswall hindurch „einen Weg bahnt“. Ein Profil, das 
in Schematischer Weise die verschiedenen Stufen der Hebung und Senkung der Gegsteinsdecke 
mit den Resten des Urrheins darstellte, würde zur Veranschaulichung der ältesten Geschichte 
des Rheinlaufs ebenfalls beigetragen haben. 
Ein hohes Interesse dürfen die „Wanderungen und Streifzüge durch die Laacher 
Vulkanwelt“ beanspruchen, die von J. Jacobs als einem der besten Kenner der für das 
Studium des Vulkanismus auf deutschem Gebiet unübertroffenen Landschaft verfaßt zind. 
Zahlreiche Kartenskizzen in großem Maßstab erleichtern die Orientierung. 
Von dem unermüdlichen Erforscher des Pfälzer Waldes, Rechnungsrat Dr. D. Häberle, 
igt eine Schilderung dieses Schönen Waldgebirges mit geinen seltsamen Buntsandsteinfelsen 
beigesteuert, die Sich nicht auf die Geologie beschränkt, gondern eine vollständige Landes- 
kunde darstellt. Die prächtigen Detailbilder von Verwitterungsformen des Sandsteins zeigen, 
daß die Natur die in Wüsten gewöhnlichen Skulpturen auch ohne Wüstenklima erzeugt. 
Dem Andenken eines Erforschers der Geologie des Mainzer Beckens, des vor 100 Jahren 
geborenen und in hohem Alter gestorbenen Lehrers A. Grooß, ist die vom Herausgeber 
Dr. Mordziol begorgte Zusammenstellung von Aufsätzen gewidmet, die sich in dem Nach- 
laß des verdienten Mannes gefunden baben. Sie zoll der Einführung in das Studium der 
Geologie des Mainzer Beckens dienen und enthält deghalb als Beigabe noch ein Verzeichnis 
der Literatur von 1842 bis in die Gegenwart. 
Wir dürfen nach diegen trefflichen Anfängen dem Herausgeber der Sammlung ein Glückauf 
zu weiteren Bändchen zurufen und die Hoffnung aussprechen, daß auch die Anschlüsse nach 
Süden und Norden nicht allzu lange auf Sich warten lassen. 
Heidelberg. Julius Rugka. 
Pädagogisches Archiv. 31
	        

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