Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
518 Rundschau. 
Donnerstag, den 25. September: Gegchäftsgitzung der Gegellschaft. Gemein- 
Bame Sitzung beider Hauptgruppen (K. Ritter von Heß-München: Der optische 
Sinn der Tiere. --- O. Lummer-Breglau: Das Sehen. --- E. Dobza1-Wien und A. von 
Hüb1l-Wien: Photogrammetrie). -- Abteilungssitzungen. --- Empfang der Stadt Wien 
im Saale des Rathauses. 
Freitag, den 26. September: Zweite allgemeine Sitzung: E. Fischer-Frei- 
burg 1. Br.: Das Rassenproblem. -- Max Neuburger-Wien: Gedenkrede auf Joh. 
Christ. Reil. -- Othenio Abel-Wien: Neuere Wege phylogenetischer Forschung. 
Samstag, den 27. September: Ausflüge in die Wachau, auf den Hochgschneeberg. 
Sonntag, den 28. September: Tagegsausflug auf den Semmering. 
Die Abteilung 15 (mathematischer und naturwisgenschaftlicher Unter- 
richt) wird unter dem Vorzaitz von Hofrat Prof. Emanuel Czuber und Prof. Dr. Alois 
Höfler folgende Themata behandeln: Berichte und Vorschläge, betreffend die Re- 
formen des mathematisch-naturwisgenschaftlichen Unterrichtes (Lehrpläne und ihre 
Durchführung; Lehrerbildung); spezielle pädagogische Themata; realistischer Unter- 
Nicht und philogophische Proprädeutik. Es gind 24 Vorträge angemeldet. 
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„Aus den Verhandlungen des XIV. Deutschen Kongresses für Volks- und 
Jugendspiele, der in Stettin vom 28.--30. Juni 1913 stattgefunden hat, heben wir 
die folgenden Einzelheiten hervor: . | ' 
Zunächst wurden in den neu zu gründenden Ausschuß für Spielplätze gewählt 
Stadtschulrat Dr. Sickinger-Mannheim, Prof. Dr. Schmidt-Bonn, Prof. Dr. Kohl- 
rausch-Hannover, Oberbürgermeister Dominicus-Schöneberg, Spielinspektor 
Münzer-Bismarckhütte, Turnlehrer Zobel-Schöneberg, Lehrer Figcher- Hamburg 
und Turnwart H. Schröer-Berlin. Der. technische Ausschuß wird im Herbst eine 
Sitzung abhalten, hauptgächlich um Heft 14 der Spielregeln festzustellen. Die 
aus dem Vorstand ausscheidenden Mitglieder Oberbürgermeister Dominicus-Schöne- 
berg und Geb. Regierungsrat Dr. Hagen-Schmalkalden werden wiedergewählt. 
Folgende Vorträge wurden gehalten: Am ersten Tag sprach Sanitätsrat Prof. Dr. 
Schmidt- Bonn über „Spielplätze und Volksgegsundbheit“. Mitder geringen 
Militärtauglichkeit der Bewohner der großen Städte mit ihren ungünstigen Wohnungs- 
verhältnisgen begründete er die Forderung, -besonders an engbebauten Flächen Spiel- 
Plätze einzurichten, die der Jugend Licht und Luft geben. Kleinkinderspielplätze mit 
Einrichtungen zum Sandspielen und Bänken für die Mütter können auch bei geringem 
Umfange von 4--5 Ar achon Segen stiften. Für die Größeren aind planmäßig über 
das Stadtgebiet verteilte. Plätze nötig, von denen mindestens 1 ha auf je 15--20000 
Einwohner zu rechnen ist. Es genügt aber nicht, nur die nötigen Plätze bereitzustellen, 
man muß auch der Jugend die erforderliche Zeit schaffen und zie durch Einrichtung 
von verbindlichen Spielnachmittagen zum Spiel heranziehen. . 
- Über dazsselbe Thema 8sagte vom schultechnischen Standpunkt aus Stadteschul- 
rat Dr. Sickinger- Mannheim folgendes: Bei den heutigen, für die -gesundheitliche 
Entwicklung der Jugend ungünstigen Lebensverhältnisgen hat die öffentliche Schule 
als Hilfsinstitution der. Familie außer dem eigentlichen Turnen das Bewegungegpiel 
im Freien durch einen für alle turnfähigen Schüler verbindlichen, unterrichts- und 
aufgabenfreien Spielnachmittag in geordnete Pflege zu nehmen. Die Zeit dafür wird 
durch Einführung der 8ogenannten Kurzstunde oder durch Verwendung von zwei 
Stunden derbisherigen Gesamtstundenzahl jeder Klasge gewonnen. Für je sechs gleich- 
zeitig 8pielende Volksschulklaggen ist eine Freifläche von 1 ha, für je Sechs Klasgen der 
höheren Schulen und der Fortbildungsschule eine golche von 1% ha vorzusehen. Au
	        

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