Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
Rundsgschau. 597 
können aber, auch kombiniert, angewandt werden, um gelegentlich einen 
Unterrichtsgegenstand stärker zu betonen. 
6. Von den verschiedenen Systemen von Gruppenbildung verdient keines 
unbedingt den Vorzug vor den anderen, doch ist bei jedem Verguche zu 
beachten : 
a) daß die Eigenart der einzelnen Schulgattungen nicht zerstört wird, daß 
z. B. das Griechische am Gymnasium wohl eine Stärkung, niemals aber 
eine Schwächung erfahren darf; 
b) daß ein völliges Abstoßen einzelner Fächer aus historischen und 
pädagogischen Gründen nicht gestattet wird; 
c) daß die ethischen und technischen Fächer für alle in gleicher Weise 
verbindlich bleiben mügsen ; 
d) daß kein Schüler gezwungen wird, 8ich für eine Sondergruppe zu 
entscheiden, daß also neben den Sonderkurgen der alte lehrplan- 
mäßige Gang des Unterrichts beibehalten wird ; 
e) daß Studientage nur zu Selbständiger Arbeit in der Anstalt selbst 
freigegeben werden, dagegen Hausarbeiten zugunsten der Neigungs- 
arbeiten beschränkt werden müsggen. 
7. Die Durchbrechung des Klassensystems und Rückkehr zum Fach- 
System oder die Mischung beider ist aus pädagogischen und praktischen 
Gründen nicht empfehlenswert. 
8. Verguche mit einer freieren Unterrichtsgestaltung sind an allen drei 
Schularten, auch in Großstädten, dringend zu empfehlen, und zwar ist 
tunlichste Mannigfaltigkeit erwünsgcht. 
9. Bei der Reifeprüfung ist die Beteiligung der Schüler an Sonderkurgen 
angemegsgen zu berückgichtigen. 

	        

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