Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
 
Sprächwissenschaft auf den höheren Schulen? 
Von MAX WEYRAUCH in Elberfeld. 
Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben, 
Sucht erst den Geist herauszutreiben; 
Dann hat er die Teile in geiner Hand, 
Fehlt leider nur das geistige Band. 
In geiner recht anregenden Schrift Die vergleichende Sprach- 
wisgengchaft in ihrem Werte für die allgemeine Bildung und 
den Unterricht (Leipzig, Haberland) klagt Dr. Torbiörnsson 
darüber, daß die Ergebnisse der vergleichenden Sprachforschung im 
Gegengatz zu denen anderer Wisgenschaftszweige „der großen Masse 
der Gebildeten 80 gut wie unbekannt“ Seien und kommt bei der Unter- 
Suchung der Urgsache hiervon (S. 7) zu dem Schluß: „Der Sprachunter- 
richt in der Schule hat den Schülern keine ELinsicht in das Wegen der 
Sprache, ihre Entwicklung, Lebensbedingungen usw. verschafft.“ Beziehen 
gich auch diese Ausführungen in erster Linie wohl auf Seine Heimat 
Schweden, 80 treffen Sie doch in hohem Maße auch auf die deutschen Ver- 
hältnisse zu. Zwar wurde schon 1850 auf der 11. Direktorenversammlung 
die Forderung aufgestellt, die Ergebnisse der Sprachwissenschaft auch im 
Unterricht zu verwerten, und Curtius' griechische Grammatik (1852)
	        

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