Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
 
738 Literaturberichte. 
 
Mathematik berücksichtigt, dann mehr noch zusammenhängende, wenn auch knappe Dar- 
tellungen über die wichtigen Schriften bedeutender Mathematiker bringt und geiner ganzen 
Anlage nach die herausgegriffenen Epochen in abgerundeter Form mehr chronologisch 
Schildert, während Tropfke sein Buch nach der historischen Entwicklung eng umgrenzter 
Spezialgebiete und einzelner Begriffe gliedert. Daß Wieleitner auch Unrichtigkeiten 
"Tropfkes vermeidet, ist kein Vorwurf für letzteren, da seit 1902, dem Erscheinungsjahre 
dles Tropfkegschen Werkes, die mathematische Gegchichtsforschung wegentliche Fortschritte 
Semacht hat. 
Wieleitner hat zuletzt eine Reihe von Berichtigungen zum ersten, Güntherschen Bande 
beigefügt. Es ist selbstverständlich, daß ein ausführlicher Namenindex nicht fehlt. Auch 
-ein nach den Kapiteln des Buches geordnetes Literaturverzeichnis muß als wertvolle Bei- 
gSabe bezeichnet werden. Hätte Sich nicht als weiterer Anhang noch eine etwa alphabetisch 
Seordnete Zusammenstellung biographischer Notizen über die behandelten Mathematiker 
'geben lassen ? Eine Solche wäre um 80 willkommener gewesgen, als in dieger Hingicht der 
Text selbst nur gelten etwas bietet. Vielleicht erinnert zich der Verfagsger bei einer Neu- 
„auflage des hier ausgesprochenen Wungches. 
Wir leben in einer Zeit, in der unter den Mathematik-Lehrern der höheren Schulen das 
Interesse für den geschichtlichen Werdegang ihrer Wisgenschaft, wenn auch langsam, 80 
-doch erfreulich zuzunehmen scheint. Die Bücher von Günther und Wieleitner gind in 
hervorragendem Maße berufen, dieses Interesse zu steigern und 80 mittelbar zur Belebung 
und Förderung des mathematischen Unterrichts im Sinne moderner Reformbegtrebungen 
-ein gut Teil beizutragen. 
Dresden-Strehlen. Martin Gebhardt. 
Schlotke, Direktor J., Lehrbuch der darstellenden Geometrie, Teil IN. Per- 
Spektive. Mit 133 Figuren. Dritte durchgesehene und ergänzte Aufl., herausg. v. Prof. 
Dr. C. Rodenberg. Leipzig o. J., A. L. Degener. 133 8. geh. 4,40 Mk., geb. 4,60 Mk. 
Während die spezielle darstellende Geometrie, deren Neubearbeitung im P. A. 1912, 
Sv. 320 angezeigt wurde, einen Lehrgang darstellt, der für die Bedürfnisse unserer realistischen 
Anstalten trefflich ausgewählten Stoff enthält, Soll die „Perspektive“ begonders dem prak- 
tischen Zeichner und Techniker eine einfache Dargstellung der Konstruktion perspektivischer 
Zeichnungen geben, die „nur wenige Vorkenntnisge der Geometrie“ beansprucht. Es wird 
daher bald der Schritt zu Aufgaben gemacht, die praktisch häufig und darum wichtig gind, 
und die Anwendung der perspektivischen Gegetze bei der Ausführung größerer Abbildungen 
.an vielen und guten Beispielen durchgeführt. Weitere Abschnitte beschäftigen Sich mit 
Schattenkonstruktion und Spiegelbildern, mit Vogelperspektive, Panoramen und Stereo- 
-Skopen; neu geschrieben ist vom Herausgeber die Begründung der Reliefperspektive. 
1:3 Das bekannte Buch verdient wegen geiner klaren Darstellung und praktischen Anlage 
-als Einführung in die Perspektive warme Empfehlung. 
Heidelberg. Julius Rugka. 
„Lietzmann, W. und Witting, A., Mathematische Bibliothek. Leipzig und Berlin, 
Verlag v. B. G. Teubner. Jedes Bändchen kart. 0,80 Mk. 
Bd. IV. Meißner, Otto, Wahrseheinlichkeitsreehnung nebst Anwendungen. 
Mit 6 Figuren im Text. 64 8. 
Bd. VII. Wieleitner, Prof. Dr. H., Die Sieben Rechnungsarten mit allgemeinen 
Zahlen. 71 8. 
Bd. IX. Witting, Prof. Dr. A., Einführung in die Infinitesimalrechnung. 
Mit zwei Porträttafeln, 130 Beispielen und Aufgaben und mit 40 Figuren. 
-Bd. XI. Zühlke, Dir. Dr. Paul, Konstruktionen in begrenzter Ebene, Mit 
65 Figuren im Text. 39 8.
	        

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