Full text: Pädagogisches Archiv - 55.1913 (55)

 
76 Literaturberichte 
Rosenbusch), der ich nach meinen eigenen Erfahrungen nicht das Wort reden möchte, 80wie 
ausführliche Tabellen zur Bestimmung von über hundert der wichtigsten Mineralien. 
Die Geologie von Prof. O. Abel, dem Vertreter der Paläontologie an der Wiener Uni- 
vergität, zeichnet gich --- wie nicht anders zu erwarten -- durch die textlich und illustrativ 
besonders ausgiebige Darstellung der historischen Geologie und der Geschichte der Lebewesen 
aus. Man findet hier z. B. Bilderserien von der Entwicklung der Lungenfiseche oder die 
Verkümmerung des Hüftbeins der Seekühe vom Eozän bis zur Gegenwart, Rekonstruktionen 
von Dinogauriern und andere Dinge, die bisher wohl kaum in Schulbüchern zu finden waren. 
Aber auch die allgemeine Geologie, Vulkanismus und Erdbeben, Gletscher und Wasger, 
Gesteinsbildung auf eruptivem, chemischem, mechanischem, organischem Wege kommen 
durchaus nicht zu kurz. Tabellen erleichtern auch hier die Einprägung der wichtigsten Tat- 
gachen der Erdgeschichte; den Abschluß bildet ein Kapitel über den geologischen Aufbau 
Osterreichs und eine Zusammenstellung und Erklärung der fremdsprachlichen Termini. 
Heidelberg. Julius Rugka. 
Neuendorf, Edmund, Turnen, Spiel und Sport für deutsche Knaben. Mit vielen 
Abbildungen. Berlin 1912, Hermann Paetel Verlag G. m. b. H, 143 8. geb. 1,75 Mk. 
Das Buch bildet den 35. Band der Sammlung belehrender Unterhaltungsschriften für die 
deutsche Jugend, begründet und herausgegeben von H. Vollmer. Es ergänzt diese Sammlung 
vortrefflich; denn es ist ein rechtes Buch für ungere Jungen. Der Verfasger, als turn- und 
sportfördernder Schulmann bekannt, wendet sich in anregendem Plaudertone direkt an ungere 
Jungen, mit denen er gern Wanderungen unternimmt, turnt und Sport treibt, In seinem 
Buche erzählt er ihnen vom Wandern, von allerlei Spielen, wie Schlagball, Barlauf, Fußball, 
Faustball, Tennis, Kricket usw. Er begspricht mit ihnen allerlei volkstümliche Übungen, wie 
Laufen, Werfen, Springen. Er beschreibt das Turnen an Geräten, erinnert die Knaben an 
ihre winterlichen Leibegübungen, wie Schlittschuhlaufen, Schlittern, Schneespiele, Rodeln, 
Schneeschuhlaufen und treibt mit ihnen Wasgersport in Schwimmen nnd Rudern. Der Text 
wird durch gute Abbildungen belebt und ergänzt, Bilder, die offenbar Momentaufnahmen von 
Schülern auf ihren Wanderungen oder bei ihren Spielen, vielleicht auch vom Verfagsger gelbst, 
waren. Es ist zu begrüßen, daß Neuendorf dieses Bändchen zu der bekannten guten Samm- 
lung geliefert hat. Wie wenige andere versteht er es, mit ungeren Jungen gerade über 
diese Dinge zu plaudern. Wer gie auf das Büchlein aufmerkeam macht, tut ihnen einen 
Gefallen. Die Weiterempfehlung an ihre Kameraden werden gie schon gelbst übernehmen. 
Saarbrücken. Otto Hesse. 
Zdä&rsky, Mathias, Sport und Sportbetrieb. Ein Beitrag zur nationalen Erziehung. 
Berlin 1912, Konrad W. Meklenburg (vorm. Richterscher Verlag). 70 8. geh. 0,80 Mk. 
Der Sport ist dem Verfasser nicht Selbstzweck, sondern Hülfswittel zur nationalen Er- 
ziehung. Nach dem kurzen Vorwort, welches lautet: „Je selbständiger der einzelne, desto 
tüchtiger das Volk. Der mangelnde Gemeinginn ist ein Entartungsmerkmal. Wege zeigen, 
Unkraut jäten will ich“, entwickelt der Verfagger geine Auffaasung über den Sport, geine 
Arten, Grenzen, eine Wertung, Seinen Nutzen und Nachteil. Es folgen Ratschläge, die den 
Sporttreibenden in bezug auf Kleidung und Ernährung erteilt werden. Hier gibt der Ver- 
fasser eine vortreffliche kurze Gegaundheitslehre, indem er sich über Atem, Esgen und Trinken 
eingehend äußert. Die zweite Hälfte des Büchleins ist denen gewidmet, die vernünftigen Ein- 
fluß auf den Sport augüben können, Das sind die Sporttreibenden zaelbst, Eltern und Bekannte, 
Schulen, Gemeinden, der Staat und die Sportvereine. Jeder von ihnen erhält geine oft ehr 
treffenden Ermahnungen und kritischen Bemerkungen, Kritisiert werden vor allem die Schulen 
und ihre Lehrer. „Der Schulen größtes Übel ist die Lehrerschaft“, 80 beginnt der Verfaager 
geinen Schulabschnitt, um nun ein Idealbild des Lehzers nach geinem Herzen zu zeichnen. 
Der Gegenzatz, wie er nach Angicht des Verfasgers tatzächlich bestehen soll, dient dazu, dem 
Idealbilde Folie zu sein. „Zu golchen Schultyrannen entwickeln aich meistens Lehrer, die
	        

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