Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

II. Bücherſchau, 
 
1. 
Deutſches Leſebuch für die untern Claſſen der 
Gymnaſien, 1. B. Wien 1849. (gr. 8. 310 p., in Lein- 
wand gebunden. 32 kr.) 3. B. (48 kr., mit einer Vorrede 
von Mozart.) 
Dieſes Lehrbuch, von dem bis jeßt 2 Bände erſchienen ſind, iſt eine 
der erſten Früchte des neuen Organiſationsplanes für die öſtreichtſchen Gym- 
nafien z und will nach den darin aufgeſtellten Grundſäßen beurtheilt ſein. 
Der Plan macht in dem Abſchnitt von den Inſtruktionen an ein ſolches 
Leſebuch folgende Anſprüche: „es darf bei aller Mannichfaltigkeit der Form, 
in welche es den Schüler einführt, durchaus nur Leſeſtü>ke aufnehmen , de- 
ren Form in ihrer Art eine claſſiſche iſt. Seinem Inhalte nac< aber muß 
es nicht nur vem Lebensalter und der Bildungsftufe , für welche es beſtimmt 
iſt, angemeſſen ſein, ſondern muß zugleich dazu dienen , den in andern Un- 
terrichtszweigen , namentlich in Geſchichte, Naturgeſchichte und Geographie 
dargebotenen Lehrſtoff zu beleben. Und es genügt nicht einmal, wenn durch 
Erfüllung dieſer Bedingungen den einzelnen Leſeſtüken vas Zutereſſe der 
Schüler und ein bildender Einfluß auf ihren Geſchmak gefichert it : es muß 
fich die Mannichfaltigkeit des Einzelnen zu einem Ganzen geſtalten, das 
einer andauernden Beſchäftigung würdigen Gehalt zu gewähren , auf die 
'Schüler einen nachhaltigen Eindru zu machen, und auf ihx Gemüth und 
ihren Charakter einen veredelnden Einfluß zu üben geeignet iſs.“ Dieſe 
Anſprüche ſind gegründet auf das der Organiſation vorangeſtellte Princip, 
daß „der Schwerpunkt des Planes in ver wechſelfettigen Beziehung aller 
Unterrichtsgegenftände auf einander liege.“ Die Anfoxderungen find etwas 
ſtark , Faſt übertrieben, wenn man nicht dieſelben als ein aufgeſtelltes Zdeal 
anſieht, vem ſicb die Ausführung möglichſt nähern foll. Jn der Wirklich- 
keit werden immerbin die Anfprüche an die Form und vie an ven Jnhalt 
mit einander in Conälikt kommen. Namentli< was den Inhalt betrifft, ſo 
wird es immer ſchwierig bleiben, mit der geforderten Volifändigkeit die 
Rückſicht auf weiſe Sparſamkeit zu verbinyen. Sehen wir nun, wie das 
Pätag. Bierteljahrsſchrift. Y. 7
	        

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