Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Anhang. *) 
 
Analytiſche Geometrie in der Ebene und im Raume, 
nebſt der ebenen und ſphäriſchen Trigonometrie, 
von Lefebure de Fourcy, Nach der fünften Original- 
auflage ins Deutſche übertragen von Fr. Gruner, Haupt- 
lehrer an der K. Realanſtalt in Stuttgart, -- (Stuttgart bei 
Ebner und Seubert, 1848). 
- Die Zahl deutſcher Lehrbücher über analytiſche Geometrie iſt bekannt- 
lich noc< nicht ſo groß, daß die Uebertragung eines ausländiſchen als etwas 
Ueberflüſſiges zu betrachten wäre. Namentlich beſißen wir wenige hbieher 
gehörige Werke, welche ausführlich genug find, um als Grundlage für das 
Selbſttudium ganz zu befriedigen. Ausführlichkeit aber und anerken- 
nenswerthes Streben nach Deutlichkeit <aracteriſiren gerade die Schriften 
Fourcy'sz; mah fühlt es ihnen an, daß der Autor Rüficht auf einen ſich 
ſelbſt überlaſſenen Leſer nimmt. Dies gilt insbeſondere auch von dem vor- 
liegenden Buche; und wenn gleich mancher deutſche Leſer (namentlich in 
Beziehung auf den erſten Theil) nicht durchaus und überall mit der Be- 
handlungsweiſe des Stoffes einverſtanden ſein wird, ſo bleiben immerhin, 
ſelbſt bei ſtrengerer Beurtheilung, die empfehlenden Eigenthümlichkeiten ſo 
überwiegend, daß das Unternehmen einer Ueberſeßung völlig gerechtfertigt 
erſcheint. Ref. hat deßhalb auch einem gegen ihn ausgeſprochenen Wunſche, 
die Anzeige des Werks für die Vierteljahrsſchrift zu übernehmen, gerne 
entſprochen , und wird auf den folgenden Blättern verſuchen , ein Bild von 
dem reichen Jnhalte deſſelben zu entwerfen. 
Die Franzoſen pflegen die Benennung analytiſche Geometrie in 
einer ziemlich weiten, nach deutſchen Begriffen allzuweiten Bedeutung zu 
gebrauchen. Fer uns beginnt die analytiſche Geometrie erft mit dem aus- 
ſchließlihen Gebrauche der Coordinatenz; die meiſten Franzoſen dagegen 
faſſen die rechnende Geometrie überhaupt unter jener Benennung zuſam- 
men. So kommt es, daß wir in Fourcy's Werke nicht blos die Trigo- 
nometrie finden (welche der deutſche Ueberſeßer. ſachgemäß auf dem Titel 
als einen Nebenbeſtandtheil des Buches aufgeführt hat, während ſie im fran- 
zöſiſchen Titel nur unter den näheren Erklärungen des Haupttitels läuft), 
ſondern auch die Anwendung der Algebra auf elementargeometriſche Auf- 
gaben. Fourcy greift aber noc< weiter. Die Trigonometrie gibt ihm 
Gelegenheit, die trigonometriſche Löſung cubiſcher Gleichungen, die Mo ivre'- 
ſche Formel und die Reihen der goniometriſchen Grundfunktionen abzuhan- 
deln; die Curvenlehre veranlaßt ihn, noch einen weitern Bli auf die höheren 
*) Die Redaktion fügt der Zeitſchrift für Schulweſen die nachfolgende Re- 
cenſion wegen ihres größeren Umfangs als auſſerordentliche Zugabe bei; da 
nach dem veränderten Plane unſrer Zeitſchrift nur kleinere Recenſionen aufge- 
nommen werden ſollen und ſie es dennoc< für paſſend fand, eine werthvolle 
Arbeit über ein in dieſen Blättern no< ſelten beſprochenes Fach aufzunehmen. 
Pädag. Viertelſahrsöſchrift. Yl.
	        

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