Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Der Kosmos vor einem Keßergericht. 135 
Wer dieſe Stellen liest, ſie unter einander *) und mit man- 
<er andern vergleicht , z. B. mit der S. 69, wo von „einem 
Gegenſate des Geiſtigen und der Natur“ 7) die Rede iſt, dann 
mit der S,. 151, wo die Ahnung eines „erſten Unbewegten, 
das alles Andere bewegt“ *), durc< Ariſtoteles ausgeſprochen, 
angeführt wird: der wird fragen: iſt Humboldt Atheiſt, Deiſt 
oder Pantheiſt ? Wer die Einheit der Naturgewalten , folglich *) 
die des Sinnlihen und Ueberſinnlihen annimmt, kann dies 
Letztere in dex Atomiſtik == wer ſah je Atome, Moleküles 
Uu. ſ. w. 12) --- ebenſowohl als in einer des All erzeugenden Ur- 
fraft 2?) finden z und Humboldt, deſſen Jugendzeit der Erſchei- 
nung des systeme de 1a nature nahe war, läßt uns, da er ſich 
mehrmals gegen den Schöpfungsakt [wie ſein Erklärer , 2er 
Thl., S. 284] 2?) ausſpricht , in Ungewißheit, ob dies nicht bei 
ihm der Sal war. 
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ſagt Humboldt vollſtändig „iſt demnach vie Natur ihrem Umfang und 
Inhalt nach ein Unendliches“, d. h. ja offenbar ſo viel als intenfiv und 
erxtenfiv unendlich. 
6) Wie kann man aber das, da ſie gar keinen inneren Zuſammen- 
bang baben ? 
7?) „Natur und Geiſt, ſo ſpricht man nicht zu Chriſten. 
Deßbalb verbrennt man Atheiſten, 
Weil ſolche Reden höchſt gefährlich ſind.“ Fauſt, zweiter Theil. 
8) In welchem Zuſammenhang? Es ift die Reve von den eigenen 
Bewegungen der Fixſterne, wobei man ſo oft geneigt ſei, nach einem großen 
Centralkörper ſich umzuſehen , um den alles andere fich bewege, und ale 
Beleg für dieſe Neigung wird Ariſtoteles Aeußerung angeführt. 
9) Nac< welcher Logik? Man vergleiche vie Humboldt'ſche Stelle oben, 
worauf hier angeſpielt wird. 
10) Man fieht fie nicht , ja, ſo wenig als die Bewegung dex. Erde; aber 
man ſchließt auf ſie aus Thatſachen, wie die <emiſchen Proportionen, die Kry- 
ftalliſation u. a. , gibt ſie aber in der Phyſik weder für vas Ueberſinnliche 
noc< für ein metaphyſiſch Lebtes aus; die phyſiſchen Atome des Chemikers 
ſind nicht zu verwechſeln mit den metaphyſiſchen Atomen mancher philoſo- 
phiſcher Syſteme. Soweit alſo ver Gegner dieſe Atome meint, ſo zweifle 
ich mit ihm, aber jene <emiſchen Atome find vurch ſeine Frage nicht abge- 
wieſen, die übrigens ſonderbar klingt im Mund des Glaubens. 
11) Wo iſt im Kosmos von einer ſolchen vie Rede? 
12) An der betreffenden Stelle heißt es; „So iſt zur Zeit die organiſche
	        

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