Full text: Zeitschrift für das Gesamtschulwesen : mit besonderer Rücksicht auf die Methodik des Unterrichts - 2.1850 (6)

Der Kosmos vor einem Keßergericht. 151 
S. 382 im erſten Theil Geſagte: „Der Menſc< iſt ſo an ſein 
Geſchlecht und an ſeine Zeit gebunden, daß ſic< ein Einzelner 
ohne vorhandenes Geſchleht und ohne Bergangenheit gar nicht 
faſſen läßt.“ Dieſer dunkle Satz *) erinnert an das im systEme 
de la nature Gemuthmaßte, d. h. an die Möglichkeit einer ewi- 
gen Zeugung, vermöge welcher es keinen erſten Menſchen gibt, 
was jedoc<m ſchlechterdings undenkbar iſt. 
Wie wird es je möglich ſein, über die Natur eines Ver- 
nunftweſens vermittelſt der Vernunft etwas Sicheres zu erfahren, 
da Jahrtauſende lang der Geiſt des Menſchen ſich ſelbſt zum 
Gegenſtand ſeiner Forſhung gemacht und nichts erforſcht hat! 
Hat do< ſelbſt die Erforſchung ſeiner feſtgehaltenen Erſchei- 
nung, d. h. ſeines Organismus wenig Reſultate geliefert! Hr. 
Reuſ<tle geſteht, daß überhaupt die Natur der Organismen, 
deren Blüthe der Menſchengeiſt heißt, als eine ganz fremdartige 
erfannt wurde 4), und daß es zwar z. B. der Chemie gelang, 
organiſc<e Gebilde in ihre Grundſtoffe zu zerlegen , daß ſie jedoch 
fein einziges ſol<hes, weder vegetabiliſches no< animaliſches zu 
erzeugen im Stande war. Die Phyſiologie und beſonders die 
vergleichende Anatomie glaubten indeſſen in dieſen 59?) ihre erſte 
48) Abermals ein Beiſpiel , wie der Gegner durch Herausreißen aus 
vem Zuſammenhang zu wirken ſucht. Denn Wilhelm Humbolvt, von dem 
jener klare Saß iſt, gibt ihn blos als Grund an für die Behauptung, 
daß es vergebliche Mühe wäre, ſich in das Problem jener erſten Entſtehung 
zu vertiefen. Auch heißt es „gar nicht in menſchlichem Daſein 
faſſen läßt“. : - : 
49) Wo habe ich mich ſo doppelt und dreifach falſch ausgedrü>t? Nun, 
wir haben wiederholt geſehen, daß der ebenſo beſchränkte als argliſtige Geg- 
ner die Säße, die er ſchle<ht machen will, erſt verdreht, verfälſcht und mit 
Schlagworten aus ſeiner Keßereienſammlung durchſpi&t 1 I< ſage blos, 
4) ver menſchliche Organismus ſei ver vurchaus vollkommenfte Organismus 
auf Erden, und auf dieſer Stufe der organiſchen Bildung komme der Geiſt 
zur Erſcheinung, das Selbſtbewußtſein zum Durchbruch z“ 2) die Verſchieden- 
heit der organiſchen Stoffe, Kräfte und Gebilde von der unorganiſchen Welt 
deute auf ein noch unbekanntes Prinzip , weßhalb auch die erfte Entftehung 
des organiſchen Lebens zu vem Unzugänglichen in der Natur gehöre; im 
übrigen verweiſe i< auf Nr 42. Aber fremdartig habe ich die organiſche 
Natur nicht genannt, noc< Menſchengeiſt gleich Blüthe der Organismen geſeßt. 
50) Welchen? -- Anonymus citirt bei dieſer Stelle anmerkungsweiſe
	        

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